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Hollywoods Jagd nach dem ultimativen Blockbuster

Los Angeles Hollywoods Jagd nach dem ultimativen Blockbuster

Als Goldquelle der Filmindustrie gefeiert, von anderen Regisseuren gehasst — An Mega-Werken wie „Star Wars“ scheiden sich die Geister.

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Harry Potter und der Orden des Phönix: Harry (Daniel Radcliffe, r.) und Hermine (Emma Watson).

Quelle: Warner Brothers International

Los Angeles. . „Der weiße Hai“ war einer der ersten. Zwar stand der junge Steven Spielberg bei einer Voraufführung in Texas 1975 nervös und nagelkauend am Saalende, weil er den Erfolg seines Horrorstreifens noch nicht ahnte. Und als ein Zuschauer bald nach Filmbeginn den Saal verließ, dachte der Regisseur, es mit dem Blut übertrieben zu haben — doch der Mann lief zur Toilette, übergab sich und kehrte sofort an seinen Platz zurück. Es war die Geburt des Blockbusters.

Die Traumfabrik Hollywood wäre ohne den Blockbuster (zu deutsch: Kassenschlager) heute undenkbar. Große Studios wie Warner Bros. und Sony pumpen Millionen in einige wenige Projekte, die im großen Stil entwickelt und vermarktet werden. Statt Ressourcen gleichmäßig zu verteilen, wetten sie auf einzelne Hits für die Massen und geben für zweit- oder drittklassige Filme deutlich weniger aus. Es ist der „sicherste Weg für bleibenden Erfolg im Showbusiness“, schreibt Expertin Anita Elberse.

Ein Beispiel: 2010 veröffentlichte Warner Bros. 22 Filme. Von den 1,5 Milliarden Dollar (1,38 Milliarden Euro) Produktionskosten entfiel rund ein Drittel auf nur drei Streifen: „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes — Teil 1“ (250 Millionen Dollar), „Inception“ (175 Millionen Dollar) und „Kampf der Titanen“ (125 Millionen Dollar). Vier, fünf Filme bekommen in dem Studio dank satter Geldspritzen jedes Jahr die Chance, die Umsatzmarke von einer Milliarde Dollar zu knacken. Dass der siebte Teil der „Star Wars“-Filmreihe Bestmarken erreichen und „Avatar“ als erfolgreichsten Streifen ablösen würde, war schon durch den Kultstatus und den Hype vorab klar. Doch auch beim „Erwachen der Macht“ könnte es sein, dass die Jagd nach Profit durch das Disney-Studio den Kreativen teils das Handwerk gelegt haben könnte.

Ausgerechnet George Lucas, Schöpfer des Weltraummärchens, kritisierte den Film als „Retro“. Er vermisst neue Planeten, neue Raumschiffe — kurzum, eine wirklich neue Geschichte. Und wie wichtig Umsatzzahlen beim „Erwachen der Macht“ waren, zeigte allein die Franchise-Maschine: Orangen, Weintrauben, Wasser, selbst Mascara, Rasierer und Lippenstift wurden vorab mit C-3PO, Han Solo und Chewbacca beworben. Disney hatte laut „Forbes“ vier Milliarden Dollar investiert.

Dass sich vielen Regisseuren und Cineasten trotz oder gerade wegen des Geldregens der Magen umdreht, ist altbekannt. „Star Wars  war in, Spielberg war in. Wir waren erledigt“, sagte Star-Regisseur Martin Scorsese schon Ende der 90er. So ist der Erfolg des einen immer auch das Leid des anderen. Dass die Rechnung nicht immer aufgeht und hoch Fliegende tief fallen können, zeigte im Jahr 2012 „John Carter“: Mehr als 250 Millionen Dollar (230 Millionen Euro) pumpte Disney in das Fantasy-Spektakel, in dem es einen Soldaten aus dem US-Bürgerkrieg auf den Mars verschlägt. Doch trotz der steilen Vorlage von „Tarzan“-Erfinder Edgar Rice Burroughs und dem Können von Regisseur Andrew Stanton erzeugte Disney nicht genügend Hype. Die Fanbasis blieb zu klein. Es wurde einer der teuersten Flops der Kinogeschichte.

LN

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