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Holstentor soll Appetit auf Museen machen

Lübeck Holstentor soll Appetit auf Museen machen

Das Holstentor — vielfotografiertes Wahrzeichen der Stadt und neben dem Brandenburger Tor und Schloss Neuschwanstein eines der bekanntesten Gebäude Deutschlands ...

Lübeck. Das Holstentor — vielfotografiertes Wahrzeichen der Stadt und neben dem Brandenburger Tor und Schloss Neuschwanstein eines der bekanntesten Gebäude Deutschlands —, macht als Museum bisher nicht viel her. Deshalb gibt es Pläne, es umzugestalten. Hans Wißkirchen, Leitender Direktor der Lübecker Museen, und Brigitte Templin, Leiterin der Völkerkundesammlung, haben Ideen vorgelegt, über die gestern Experten im Rahmen einer öffentlichen Tagung diskutierten.

 

LN-Bild

Vor der Diskussion um ein Museumskonzept führte Kulturwissenschaftler Manfred Eickhölter durch das Holstentor.

Quelle: Neelsen

Nur 400 Quadratmeter an Ausstellungsfläche stehen im Holstentor zur Verfügung — wenig Platz für viele Themen, die hier untergebracht werden sollen. Grundgedanke ist, in dem historischen Gebäude Epochen aus der jüngeren Lübecker Stadtgeschichte (ohne die Hansezeit) zu präsentieren und gleichzeitig die Beziehungen der Stadt zur Welt, ihre Internationalität, herauszustellen. Ausstellungsstücke aus Lübeck und ausgewählte Exponate der Völkerkundesammlung sollen helfen, den thematischen Bogen zu spannen.

Unter den Überschriften „Schutz“, „Zugehörigkeit“, „Ausgrenzung“, „Geben und Nehmen“, „Netzwerke“, „Heimat und Fremde“ könnte es um Handel und Wandel in Lübeck und in der Welt gehen — von der Ausgrenzung der Juden, die die Stadttore zwischen 1650 und 1848 nicht passieren durften, bis hin zum massenhaften Zuzug von Flüchtlingen nach dem Zweiten Weltkrieg. Auch bildende Kunst soll in dem neu konzipierten Museum Raum finden.

Das Holstentor selbst müsse in der Ausstellung erklärt werden, hieß es immer wieder in der Diskussion. Und es müsse einen roten Faden geben. Wulf Köpke, Ethnologe und Direktor des Völkerkundemuseums Hamburg, meinte: „Was Sie vorhaben, ist ein Appetithappen, um andere Museen der Stadt zu entdecken.“ Aber auch auf ganz praktische Probleme wurde hingewiesen. Rolf Hammel-Kiesow, Historiker und Urheber des Konzeptes für das Europäische Hansemuseum, sieht ein Problem darin, dass Lübecks Weltoffenheit in einem Gebäude dargestellt werden solle, das keinen Fahrstuhl besitze und deshalb viele Menschen aussperre.

Von liz

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