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„Hunger nach Wortkunst“, sagt Maria Victoria

Lübeck „Hunger nach Wortkunst“, sagt Maria Victoria

Der perfekte Popsong ist eine Kapsel geteilter Sehnsucht, verbindet Menschen über Ozeane hinweg und am anderen Ende des Saals. Auf eine Formel bringen kann man das nicht.

Lübeck. D er perfekte Popsong ist eine Kapsel geteilter Sehnsucht, verbindet Menschen über Ozeane hinweg und am anderen Ende des Saals. Auf eine Formel bringen kann man das nicht.

 

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Maria Victoria Odoevskaya (21) studiert Anglistik/Amerikanistik in Hamburg. Die Slam-Poetin ist Preisträgerin des Treffens junger Autoren 2013 sowie des art.experience-Festivals in Baden und schreibt an ihrem ersten Roman. Ihre Texte und Termine kann man nachlesen unter: facebook.com/maria.messersschneide sowie messersschneide.tumblr.com

Quelle: Olaf Malzahn

Chvrches (ausgesprochen wie „churches“, Kirchen ) aus Glasgow versuchen es zumindest: Die Beats auf ihrem Debütalbum „The Bones of What You Believe“ von 2013 sprechen von Strobolicht und Jetzt, die Synthmelodien von Wavemelancholie und Gestern, Sängerin Laura Mayberry von Wunden, Reue und Trotz. Giftfäden in kunstbunten Cocktails. Crying at the discotheque.

Schon in Romanform bürstet die Prämisse von Matt Ruffs „Ich und die anderen“ Erzählkonventionen gegen den Strich: Stell dir vor, du wurdest so oft gegen die Wand geschmissen, dass deine Scherben nicht mehr zusammenwachsen. Stell dir vor, du wohnst in deinem Körper nur zur Miete, und nicht als einziger. Stell dir vor, deine Mitbewohner wollen das Gehäuse am liebsten in die Luft jagen. Das Theater Combinale lässt sich jeden Freitag und Samstag im April auf diese einladend uneinladende Prämisse ein — man darf gespannt sein.

Wer das Tagesgeschehen weder verfolgt, noch von ihm verfolgt wird, ist entweder Lügner oder, schlimmer noch, Nihilist. Wer weder Lügner noch Nihilist ist, geht zum kabarettistischen Monatsrückblick Zyndstoff im CVJM in der Großen Petersgrube 11, dieses Mal am 27. April. Die Moderatoren sind charmant, die Hosenträger sitzen, die Stargäste ebenfalls, und wenn man nicht aufpasst, hat man einen Korken im Mund. Tragödie = Komödie + Zeit.

Wessen Hunger nach Wortkunst da noch nicht gestillt ist, dem empfehle ich die Lesebühne Irgendwas mit Möwen am 28. April im Schatzcafé in der Wakenitzstraße 14. Vier der renommiertesten Akteure der norddeutschen Poetry Slam-Szene — die Finalistin der deutschsprachigen Poetry Slam-Meisterschaften Mona Harry, der amtierende Landesmeister Michel Kühn, der mehrfache Finalist Stefan Schwarck sowie der letztjährige Finalist Quinn Christiansen — spielen sich in entspannter Atmosphäre und ohne den Slam-üblichen Wettbewerb die Bälle zu.

LN

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