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„Ich liebe dieses Festival“

„Ich liebe dieses Festival“

2000 Kilometer mit dem Auto aus Spanien – Fans kommen aus der ganzen Welt nach Wacken.

Wacken. Der Sonnabend begrüßt die Fans mit einem heftigen Gewitter inklusive Hagelschlag. Doch wer sich tagelang die Ohren mit Schwermetall füllt, für den ist das ein optimaler Morgengruß. So sind denn auch die Fans ungebrochen bei guter Laune und strömen mittags zu den ersten Bands wie DragonForce oder Eskimo Callboy.

Auch Charlie Büdke aus Berlin zieht es bereits zu den großen Bühnen im Infield. Seit 1999 reist er mit einer Gruppe nach Norddeutschland ins Metal-Mekka, in diesem Jahr sind sie zu zwölft. Und, kommen sie wegen Wacken oder wegen besonderer Bands? „Es sind immer besondere Bands in Wacken“, meint Charlie. „Das Line-Up ist nie schlecht, mal besser, mal weniger spannend, aber es ist immer was dabei.“ Das „Campen, das Feeling und die Party“ schätzt er am meisten. Den Headliner Iron Maiden fand er stimmlich nicht ganz so gut, dafür gefielen ihm Blind Guardian und Equilibrium, auch wenn die seinen Lieblingssong nicht gespielt hätten.

2000 Kilometer haben Martha Martinez und Marco Sanz aus Salamanca in Spanien mit dem Auto zurückgelegt, um zum siebten Mal in Wacken dabei zu sein. „Ich liebe dieses Festival“, schwärmt Martha, die sehr gut Deutsch spricht, „es ist das beste in Europa.“ Sie möge die Atmosphäre, die Leute, alle seien sehr freundlich: „Besonders mit unseren Campingnachbarn verstehen wir uns sehr gut“, erzählt sie. „Wir reden zusammen, wir trinken zusammen, das ist wunderbar.“ Iron Maiden und die deutschen Fantasy-Speed-Metaller Blind Guardian haben ihr gefallen, Freund Marco nickt zustimmend.

Während DragonForce bereits das erste Speed-Metal-Gitarrengewitter über den Platz schicken, bleibt noch kurz Zeit zum Plausch mit Dinara Ben Naftali und Henriette Angel, die beide aus Israel angereist sind. Dinara ist bereits zum fünften Mal hier, für Freundin Henriette ist es die Premiere. „I love it“, meint sie lachend, jeder sei so freundlich und respektvoll. Der Matsch mache alles zwar ein bisschen unkomfortabel, aber „no problem“. Es gehöre zum „spirit of Wacken“, ergänzt Dinara mit dem typischen Humor, der für dieses Festival unabdingbar ist.

Die junge Frau ist übrigens gar nicht mal wegen der großen Bands hier, sondern wegen der Atmosphäre im mittelalterlichen Wackinger Village. Sie liebe deutsche Bands wie Versengold, Vogelfrey, Feuerschwanz und Krayenzeit, sagt sie. „Ich bin der einzige Fan aus Israel“, fügt sie lachend hinzu und zieht mit Freundin Henriette von dannen, Richtung Schlammwüste.

Klaus-Peter Boysen

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