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Kultur im Norden „Ich muss lernen, die Zügel loszulassen“
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20:10 06.06.2017
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Berlin. Neue Frisur, neue Musik: US-Popsängerin Katy Perry (32) ist wieder da. Am Freitag erscheint ihr Album „Witness“, im Video zu „Bon Appétit“ räkelt sie sich in einem Kochtopf. Beim Interview in Berlin ist sie auch nachdenklich. Der Terroranschlag beim Konzert von Ariana Grande in Manchester habe sie „am Boden zerstört“, sagt Perry. Ein Gespräch über die USA im Trump-Zeitalter und ihr Leben mit 99 Millionen Followern bei Twitter.

Katy Perry wurde 1984 als Pastorentochter geboren, „I Kissed a Girl“ war ihr erster großer Hit. Quelle: Foto: Dpa

Sie haben im US-Wahlkampf vergangenes Jahr Hillary Clinton unterstützt. Wie gehen Sie mit dem Amerika von heute um?

Auf unterschiedliche Art und Weise. Indem ich nicht alle Antworten kenne. Diese Niederlage hat eine Illusion, eine Vorstellung, eine Blase zum Platzen gebracht, nämlich, dass ich viel weiß. Und das tue ich nicht. Es ist eine gute Zeit, dass ich wieder etwas lerne. Also: viel Lesen, viel Meditieren und viel Mitgefühl mit den Menschen. Ich glaube, die Leute sind wirklich traurig.

Tut es immer noch weh, dass Hillary Clinton verloren hat?

Nein, es tut nicht weh. Es hat eine kleine Zeit lang weh getan. Ich denke, es ist etwas passiert, das wichtiger ist als sie. Sie hat einen schlafenden Riesen geweckt. Das ist größer, als eine Person je sein kann. Ich bin sehr gespannt, was daraus wird.

Denken Sie manchmal darüber nach, eine Pause von den sozialen Medien einzulegen?

Ja, natürlich. Das ist echt wichtig und super gesund. Wahrscheinlich wird bei mir das Pendel in Zukunft in die andere Richtung gehen. Wir sind auf dem wirklichen Gipfel des ganzen Lärms. Irgendwann werde ich versuchen, da rauszukommen, an einen wirklich ruhigen Ort. Aber noch nicht, weil ich das Album rausbringen will.

Haben Sie eine Regel, das Handy mal auszulassen?

Diese ganzen Sachen machen sehr süchtig. Können Sie sich die Art von Bewunderung vorstellen, die jemand wie ich bekommen kann, indem er nur einen Knopf drückt – und gleichzeitig auch den Hass? Da gibt es nicht nur Blumen, Glück, Regenbogen und Einhörner. Es gibt viel Positives und Negatives. Ich würde nicht lügen und sagen, dass ich es gut kann, es macht mich immer noch süchtig – aber ich will mein Handy jeden Sonntag ausmachen. Das ist eine Art Ziel von mir in Zukunft. Ein Tag, an dem ich es ausmache und einfach pausiere.

Sind Sie ein Kontrollfreak?

Das muss ich lernen: die Zügel loszulassen. Also: Ja. In der Vergangenheit war ich eine eher kontrollierte, detailorientierte Person. Aber ich habe angefangen zu begreifen, dass es vieles gibt, das ich nicht unter Kontrolle habe.

Interview: Caroline Bock

LN

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