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„Ich staune über Beethoven“, sagt Bettina Brinker

WAS MICH BEGEISTERT „Ich staune über Beethoven“, sagt Bettina Brinker

Für Beethovens späte Streichquartette kann ich mich immer wieder neu begeistern.

Lübeck. Für Beethovens späte Streichquartette kann ich mich immer wieder neu begeistern. Sie waren für mich schon als Kind eine große Entdeckung im elterlichen Plattenschrank und haben mich seitdem nicht mehr losgelassen. Damals liebte ich vor allem den „Heiligen Dankgesang eines Genesenden an die Gottheit“, den 3. Satz aus op. 132, den die Musiker – wie ich später in der Partitur las – „mit innigster Empfindung“ zu spielen haben. Der Satz berührte mich, eröffnete mir eine ungeahnte Klangwelt, die mich beim intensiven Hören umarmte und alles drum herum vergessen ließ. Langsam tastete ich mich weiter, hörte zum Beispiel die wunderschöne „Cavatina“ aus op. 130. Oder die Große Fuge op. 133, die mich einerseits faszinierte, aber gleichzeitig auch aufgrund ihrer Schroffheit abschreckte. Die Fülle der Einfälle in Beethovens späten Quartetten, die beim ersten Hören teilweise vielleicht als lose Sammlung erscheinen, fesseln mich bis heute. Je mehr man sich auf sie einlässt, desto tiefer taucht man in die Struktur der Werke ein und entdeckt immer wieder neue Bezüge. Zwei Aufnahmen jüngeren Datums mit sämtlichen Beethoven-Quartetten vom Belcea Quartet (ZigZag Territoires) und vom Quartetto di Cremona (Audite) finde ich großartig.

 

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Bettina Brinker, geboren 1976 in Hamburg, studierte Musik- und Literaturwissenschaften und Kunstgeschichte, arbeitete als Journalistin und macht seit 2007 die Öffentlichkeitsarbeit des Schleswig-Holstein Musik Festivals. FOTO: ROESSLER

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Staunend vor Begeisterung die Augen gerieben habe ich mir auch häufig in den Bergen. Über den Wolken aufwachen, stundenlang schweigsam über die Höhen wandern und nachts aus dem Hüttenfenster die Sterne greifen können – das ist unbeschreiblich. Ob in Schottland, auf Mallorca oder Teneriffa – manchen Berg habe ich, oft auch schwitzend und fluchend, erklimmen dürfen, die Alpen zu Fuß überquert.

Der Mount Blanc ist ein entferntes Ziel. Derzeit verbleibt Fernweh: Ich schaue mir die schönsten Alpenpässe im Winter an, träumend auf dem Sofa sitzend mit Stefan Bogners und Jan Baedekers aktuellem Bildband „Escapes – Winter: Traumstraßen im Schnee“ (Delius Klasing).

Was mich alle Jahre wieder zur Weihnachtszeit begeistert: Die Weihnachtskonzerte des SHMF. In diesem Jahr verzaubert uns der Moskauer Kathedralchor mit Musik zur „Russischen Weihnacht“ (15.12. Lübeck, 16.12. Rendsburg, 17.12. Meldorf).

LN

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