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Kultur im Norden „Ich verlange vom Publikum nur Neugierde“
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22:21 25.06.2013
Von Michael Berger
Nils Landgren, der Mann mit der roten Posaune. Quelle: Foto: Olaf Malzahn

Lübeck — Am Anfang kommen die Rattenfänger: Jazz Baltica startet am Freitage wieder mit einer Blechbläsergruppe, die am Hafen von Niendorf ihre Parade abhält und auch Menschen, die nicht gezielt zum Festival in der Evers-Werft kommen, anziehen will. Der schwedische Posaunist Nils Landgren (57) verantwortet zum zweiten Mal das Programm des größten Jazz-Ereignisses in Schleswig-Holstein.

Lübecker Nachrichten: Sie sind der prominenteste Musiker bei Ihrem eigenen Festival. Paradox?

Nils Landgren: Ich bitte Sie, da sind wieder viele berühmte Musiker dabei, der Schlagzeuger Wolfgang Haffner, die Sängerin Lisa Bassenge, der Pianist Michael Wollny . . .

LN: Von Ihrem Star-Status können diese Kollegen doch nur träumen.

Landgren: Mag sein, aber diese Festival sollte nicht an erster Stelle teure Stars vorstellen, sondern auch den Nachwuchs und Jazzmusiker, die nicht ganz so bekannt sind. Vielleicht werden sie ja berühmt, wenn sie hier auftreten. Es gibt bei den Jazz-Leuten das Dilemma: ohne Berühmtheit keinen Auftritt, ohne Auftritte wird man nicht berühmt. Bei Jazz Baltica geht es zudem auch darum, die Vielfalt des Ostseeraums vorzustellen. Das war die Ursprungsidee des Festivals

LN: Im vergangenen Jahr hatten Sie zwar Herbie Hancock im Programm, aber auch die anderen Konzerte mit weniger namhaften Musikern waren sehr gut besucht. Das Publikum vertraut Ihnen offensichtlich blind?

Landgren: Ich verlangen vom Publikum nur eine Sache — Neugierde, die Lust an Entdeckungen. Das habe ich in all den Jahren in Deutschland erfahren, dass man hier viel neugieriger ist auf Musik als beispielsweise in meiner Heimat Schweden. Ich bin ganz zuversichtlich, dass das so bleibt.

LN: Was ist Ihnen am diesjährigen Programm am wichtigsten?

Lindgren: Meine Mitarbeiter und ich versuchen in jedem Jahr ein Programm zusammenzustellen, bei dem jeder Bestandteil gleich wichtig ist — egal, ob klein oder groß. Deshalb: Kommt einfach nach Niendorf und hört alles an. Es gibt auch wieder viel Musik, die keinen Eintritt kostet. Man könnte sagen: Jazz Baltica ist demokratischer geworden.

Das Programm
Der erste Tag von Jazz Baltica, Freitag, 28. Juni

16.30 Uhr, Niendorf, Hafen: Jazz Baltica beginnt unter freiem Himmel mit der Leipziger Marching-Band Top Dog Brass Band (Eintritt frei)


18 Uhr, Große Halle Evers-Werft: JazzBaltica Ensemble & Dieter Ilg Trio

22 Uhr, Große Halle: Dance Night mit Samúel Jón Samúelsson Big Band (Island) mit Nils Landgren

23.55 Uhr, @ the beach: Alexandra Lehmler Quintett (Eintritt frei)

23. 55 Uhr, Night Stage: ADHD, Avantgarde-Quartett aus Reykjavik (Eintritt frei)

Michael Berger

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