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„Ich weiß, was Elvis gewollt hätte“

„Ich weiß, was Elvis gewollt hätte“

Priscilla Presley, Witwe des Rock’n’Roll-Stars, bringt wieder ein Album mit Elvis-Songs heraus – begleitet von großem Orchester.

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„Jungsein ist eine Lebenseinstellung“, sagt Priscilla Presley, die im vergangenen Mai 71 wurde. „Die Enkel halten mich jung und munter.“ FOTO: REX FEATURES/ KEN MCKAY

Berlin . Apart, zerbrechlich, mit rotschwarz gefärbtem Haar – so empfängt Priscilla Presley (71), Elvis’ Witwe und Nachlassverwalterin, in einem Frankfurter Luxushotel.

„Ich war ein behütetes Kind auf einer Mädchenschule. Plötzlich geriet ich mitten in das Leben des Rock’n’Roll.

Presley will Werbung machen für das neue Elvis-Album „The Wonder Of You“ sowie die Tournee „Elvis in Concert“, bei der Priscilla auf der Bühne und ihr 1977 verstorbener Mann auf der Leinwand zu sehen sein wird.

Sie waren gerade für einen TV-Beitrag in Bad Nauheim, wo Sie als 14-jähriges Mädchen Elvis Presley kennen und lieben lernten. Wie hat ihnen der Besuch in der „alten Heimat“ gefallen?

Es war bewegend. 25 Jahre war ich nicht in Bad Nauheim gewesen, manche Ecken waren noch wie früher, vieles habe ich kaum noch wiedererkannt. Wir haben das Haus aufgesucht, in dem Elvis damals lebte, aber die jetzigen Bewohner hatten keine Lust auf Publicity.

Sie lebten damals in Wiesbaden, ihr Stiefvater war dort bei der Armee stationiert. Was ist ihre schönste Erinnerung an die Zeit in Deutschland?

Natürlich Elvis. Ich erinnere mich noch genau, wie er mich ansprach, auf einer Party in seinem Haus. Später die vielen Fahrten von Wiesbaden nach Bad Nauheim, meine Sehnsucht nach ihm, die Freude, wenn ich ihn sehen konnte...

Sie waren damals Schülerin.

Ja. Es fiel mir sehr schwer, mich zu konzentrieren. Die Schule war nie meine liebste Beschäftigung. Erst nachdem Elvis Deutschland wieder verlassen hatte, wurden meine Leistungen besser.

Sie lernten mit 14 einen zehn Jahre älteren Mann kennen, der damals schon ein großer Star war, Sie führten eine Fernbeziehung, zogen noch als Minderjährige auf Presleys Anwesen Graceland.

Rückblickend ist das schon eine schräge Geschichte...

Es war unkonventionell. Ich war ein behütetes Kind, das auf eine katholische Mädchenschule ging. Plötzlich geriet ich mitten in das Leben des Rock’n’Roll, in dem es keine richtigen Regeln gab, es war das komplette Gegenteil von allem, was ich kannte.

Würden Sie sich heute genauso entscheiden wie mit 14?

Die Zeiten sind andere, die Frage ist schwierig. Spontan würde ich sagen: Ja. Ich bereue nichts, ich würde nichts an meinem Leben ändern wollen. Ich wäre heute nicht der Mensch, der ich bin, wenn ich mich damals nicht getraut hätte, bedingungslos zu Elvis zu stehen.

Sie heirateten 1967, 1968 kam Tochter Lisa Marie zur Welt, 1973 ließen Sie sich scheiden.

Ja. Ich hatte andere Männer, aber Elvis wird immer mein Lebensmann sein. Sein Erbe zu erhalten und weiterzuentwickeln ist zugleich der härteste und der einfachste Job der Welt.

Wie meinen Sie das?

Es ist einfach, wenn akzeptiert wird, was du tust. Aber es gibt gewisse Schlachten, die ich kämpfen musste und muss, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Die Leute erkennen manchmal nicht meine Ideen, meine Vision. Ich weiß sehr genau, was Elvis gewollt hätte. Ich kenne seine Musik und seine Vorlieben sehr, sehr genau.

Das von Ihnen verantwortete Album „The Wonder Of You“ ist nach „If I Can Dream“ aus dem Vorjahr schon das zweite Album, das mit dem Londoner Royal Philharmonic Orchestra entstanden ist. Hätte Elvis Presley das gewollt?

Auf jeden Fall! Elvis hatte einen sehr breit gefächerten Musikgeschmack, er liebte Country, Pop, Black Music, Gospel – und speziell auch klassische Musik. Aus meiner Sicht ist das Album wirklich sehr schön geworden. Es passt zu Elvis. In meinem Herzen weiß ich, dass es richtig ist, seine Lieder mit dem Orchester zusammenzuführen.

Zu seinen Lebzeiten gab es so etwas allerdings nicht.

Elvis träumte immer davon, mehr auszuprobieren und zu wagen. Er wollte einen reichhaltigeren Sound, er wollte ein Orchester, doch seine Plattenfirma ließ das nicht zu. Sie sah kein Potenzial darin, dass er aus seiner angestammten Rolle tritt. Heute erkennen immer mehr Menschen, dass Elvis viel mehr war als nur Rock’n’Roll.

Es gibt auf „The Wonder Of You“ sogar ein Duett mit unserer Schlagerkönigin Helene Fischer. Wussten Sie, wer Helene Fischer ist?

Nein, ich kannte sie nicht, ich hatte vorher noch nie von ihr gehört. Ich habe sie dann gegoogelt. Mein Gott, was für eine superschöne Stimme. Helene ist unglaublich talentiert.

Interview: Steffen Rüth

Das Album „The Wonder Of You – Elvis With The Royal Philharmonic Orchestra“ wird am 15. Mai 2017 in der Mercedes-Benz-Arena in Berlin präsentiert.

LN

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