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Im Reich der Verrückten

Lübeck Im Reich der Verrückten

Dieter Tappert, besser bekannt als Paul Panzer, gastierte im Foyer der MuK.

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Das Retro-Blümchenhemd ist Paul Panzers (44) Markenzeichen.

Quelle: Olaf Malzahn

Lübeck. Als wäre er gerade aus dem Bett gefallen, stolpert Paul Panzer auf die Bühne. Hinter ihm die Kulisse eines spießigen Einfamilienhauses mit Garage, darüber schwebt ein Ufo. Im Blümchenhemd und mit seinen typischen Sprachfehlern macht sich Panzer in seinem Programm „Invasion der Verrückten“ erst einmal über die marode Musik- und Kongresshalle lustig. „Im Foyer auftreten, das habe ich noch nie erlebt“, scherzt er, „wir sollten erst auf den Toiletten spielen, dann hättet ihr abwechselnd reinkommen müssen.“ Dann folgen langatmige Geschichten von seiner fiktiven Familie. Panzer, bei dem nach eigenen Aussagen immer die Lunte brennt, hat für den neuen Freund seiner Tochter Susaska gar nichts übrig. „Der heißt Torben, das klingt doch wie ein medizinisches Gerät“, ruft er aufgebracht. Auch über Neurosen, die Panzer nur „Neurotzen“ nennt, hat er sich schlau gemacht. Neben der Anatidaephobie, der Angst, von Enten beobachtet zu werden, macht er sich vor allem über die Angst vor Ecken lustig. „Wenn du solche Leute zum Kaffee einlädst, musst du vorher die Zuckerstückchen rund lutschen“, resümiert der Comedian. Sein Humor ist etwas für hartgesottene Fans. Denn nicht alle Geschichten, die Panzer wirr und mit gewollten Sprachfehlern erzählt, sind lustig. Die Zuschauer jedoch johlen, als der 44-Jährige von den Hautirritationen seines Sohns Bolle berichtet, die sich als Abdruck vom Sofa herausstellen. Das Publikum in der vollbesetzten Rotunde verzeiht dem Komiker sogar den ein oder anderen Texthänger. „Es sitzt noch nicht alles.

Wer das richtige Programm hören will, muss 2017 wiederkommen“, gibt Panzer zu. Am 22. und 23. April ist er erneut in der MuK.

mwe

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