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„Immer im Fluss bleiben“, sagt Claudia Bormann

Lübeck „Immer im Fluss bleiben“, sagt Claudia Bormann

W enn ich auf Reisen gehe, habe ich Bücher im Gepäck. Nach Indien haben mich Salman Rushdie und Hans Küng begleitet.

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Claudia Bormann (59) hat das Wasser zu ihrem Thema gemacht, ihr Lebens- und Arbeitsmittelpunkt ist Ratzeburg. Auf der Suche nach Wasserlandschaften unternimmt die Künstlerin viele Reisen. Gerade ist sie von einem dreimonatigen Aufenthalt an Indiens heiligem Fluss Ganges zurückgekehrt.

Lübeck. W enn ich auf Reisen gehe, habe ich Bücher im Gepäck. Nach Indien haben mich Salman Rushdie und Hans Küng begleitet. Rushdie schildert in seinem Roman „Des Mauren letzter Seufzer“ die Geschichte Indiens, und der Theologe Küng hat mir mit „Spurensuche — die Weltreligionen auf dem Weg“ einen Einblick in die vier großen Religionen des Landes, Hinduismus, Buddhismus, Islam und Christentum, gegeben. Zurzeit wirft das Thema Glaube und Religion in der Welt ja wichtige Fragestellungen auf . . .

Begeistert haben mich auch die Landschaftsschilderungen und Küstendarstellungen des isländischen Literatur-Nobelpreisträgers Halldór Laxness (1902- 1998). Ich habe seinen Roman „Salka Valka“ auf Island dabeigehabt, wo ich im August und September 2015 in einem Atelier gearbeitet habe. Auch hier geht es um mein Thema: Wasserlandschaften. Es begleitet mich schon eine Weile, auch wenn ich mir Ausstellungen anderer Künstler ansehe wie „Streamlines“ in den Hamburger Deichtorhallen.

Bis zum 13. März sind dort noch Malerei, Installationen und Filme zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt zu sehen, die sich mit den Themen Ozeane, Welthandel und Migration auseinandersetzen; ein aktuelles Thema, das sehr unterschiedlich und spannend beleuchtet wird. Ich empfehle dringend eine Führung, jeweils samstags und sonntags um 16 Uhr, mitzumachen! Sehr sehenswert ist außerdem die Ausstellung von Sarah Moon „Now And Then“ , ebenfalls in den Deichtorhallen (bis zum 21. Februar). Ich kannte die französische Modefotografien noch nicht. Ihre hoch künstlerischen Fotografien haben mich überrascht: Sie zeigen eine traumhafte, fast surreale Bilderwelt — ungeheuer suggestiv und faszinierend, insbesondere auch, wenn das Thema Wasser in ihren Fokus rückt.

Noch bis zum 10. Februar ist in der Hamburger Kunsthalle „Nolde in Hamburg“ ausgestellt, unter anderem mit einer großen Serie von schwarzweißen Skizzen, Tusche- und Pinselzeichnungen, die den Hamburger Hafen darstellen. Diese toll zusammengestellten Bilderfolgen bringen mich wieder zum Wasser!

LN

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