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Kultur im Norden Irish Folk und Mozart- Tango
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20:10 18.12.2017
Lübeck

Er hatte ein sehr kurzweiliges Programm im Angebot: Mozarts sogenannte große g-Moll-Sinfonie, danach zwei Viertelstundenstücke, das Trompetenkonzert von Alexander Arutjunjan aus dem Jahre 1950 und Sergej Prokofjews erste Sinfonie, die „Klassische“, aus der Zeit kurz vor der Oktoberrevolution. Dmitri Jurowski am Pult: Das ist bei aller Jugend kein Vorturner, der mit Körperübungen klar macht, was er will. Auch bei Temperamentsausbrüchen des bestens disponierten Orchesters bleibt er ein ruhender Pol. Mozarts Sinfonie erhielt bei ihm die gebührende Tiefe und Substanz.

Arutjunjans Trompetenkonzert ist ein Paradestück für den Solisten. Der junge Simon Höfele gestaltete seinen Part frisch, technisch souverän. In der großen Kadenz führte er viele Schattierungen und Echowirkungen vor. Mit Dirigent und Orchester war eine originelle Zugabe einstudiert. Dmitri Jurowski saß nun am Flügel, Höfele gab den Streichern den Einsatz. Gemeinsam zelebrierten sie eine irische Volksweise, die zum Pop-Song geworden ist, „Danny Boy“.

Am Schluss stand Prokofjews „Symphonie classique“. Flüssig, elegant, rhythmisch sicher kamen die eingängigen Sätze. Dann fragte Dmitri Jurowski: „Wie hätte es wohl geklungen, wenn Mozart nicht in Salzburg, sondern in Buenos Aires geboren wäre?“ Und gab die Antwort mit vollem Orchester. Ein Tango erklang, eine Mischung aus Piazzolla und Motiven der g-Moll-Sinfonie. Das Publikum war sich einig: Klassische Konzerte müssen nicht schwer, können sogar sehr unterhaltend sein. kd

LN

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