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Kultur im Norden „Jailhouse Bones Jefferson“, sagt Marc Tietz
Nachrichten Kultur Kultur im Norden „Jailhouse Bones Jefferson“, sagt Marc Tietz
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18:18 23.09.2017

„People, I got Blues runnin’ throw my veins“, sagte Buddy Guy in seinem neuen Album „Born To Play Guitar“. Der Blues ist die Wurzel von Rock, Soul und Funk.

Ja, selbst Hip Hop ist noch sein Nachhall. Meine erste Begegnung mit dem Blues war „Sweet Home Chicago“ von den Blues Brothers, als wir den Song vor einigen Jahren im Gitarrenunterricht durchnahmen. Der Begriff „Blues“ kommt von der Phrase „I’ve got the blues“, heißt so viel wie „Ich habe Kummer“. Er ist ursprünglich von und für afroamerikanischen Sklaven gespielt und gesungen worden und war so etwas wie die Popmusik des späten 19. Jahrhunderts.

Robert Johnson, ich habe ihn an meine Wand gemalt, ist nahezu der wichtigste Vertreter des Delta Blues. Und, jetzt schließt sich der Kreis, er hat „Sweet Home Chicago“

geschrieben! Eine tieftraurige, rohe Deltablues-Probe ist „Hard Time Killin’ Floor“ von Skip James. Einer der einflussreichsten von ihnen war Muddy Waters. Er brachte die E-Gitarre in den Blues. Und haben Sie’s gewusst? Die Rolling Stones benannten sich nach der Zeile „I’m a rollin’ stone“ aus „Mannish Boy“ von Muddy Waters.

Die dunklen 20er und 30er des Blues . . . Damals hatten die meisten Bluesmusiker Künstlernamen mit einer auffällig ähnlichen Struktur. So gab es Leute wie Big Joe Turner

oder Mississippi John Hurt. Und es ist definitiv ein Phänomen der Zeit! Ansonsten würde Jimi Hendrix wohl „Left-Handed Hendrix“ und Stevie Wonder etwa „Blind Michigan Wonder“ heißen. Es gibt übrigens im Internet einen Blues Name Calculator. Falls Sie sich fragen, wie ich auf den Titel kam.

Der Blues zog weiter durch nachfolgende Generationen. Er besuchte die Country Musik. Mein Favorit: Country Legende Hank Williams mit „Lovesick Blues“. Er war beim Soul:

Ray Charles hatte den Blues mit „Blackjack“! Rock ’n Roll ist die tanzbare schnelle Variante, Chuck Berry mit „Reelin’ and Rockin’“. Den harten Wild West Blues vertrat unter anderen Lynyrd Skynyrd mit beispielsweise „Mississippi Kid“. Selbst Otto Waalkes hatte ihn mit seinem „Schwamm Drüber Blues“.

Wissen Sie, was ich an dieser Musik so genial finde? Sie ist benutzerfreundlich. Ja, denn da sitzt nur eine einsame Seele, die ihr Herz aussingt. Kein technischer Aufwand, überall dabei. Jedoch sind die Zeiten, gemeinsam am Lagerfeuer zu sitzen und etwas anzustimmen, vorbei. Denn Musik fällt mit ihrer Bluetoothbox. Wer lernt heutzutage noch ein Instrument?

LN

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