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Kultur im Norden Jubel, Applaus und Spontanzugabe bei Ronja Räubertochter
Nachrichten Kultur Kultur im Norden Jubel, Applaus und Spontanzugabe bei Ronja Räubertochter
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14:05 30.11.2018
Niemand kann sich zwischen Birk (Maximilian Hildebrandt) und Ronja (Nadine Boske) stellen. Quelle: Falk von Traubenberg/Theater Lübeck
Lübeck

„Ich fand die Musik super“, hörte man draußen nach dem Stück sagen. „Ja, aber die Geschichte auch.“ Aufgeregt wurde sich am Freitag nach der Aufführung im großen Saal des Theaters über das diesjährige Weihnachtsmärchen unterhalten. Kinder sind ja bekanntlich ein kritisches Publikum, aber an dieser Aufführung hatten sie nichts auszusetzen: Ronja Räubertochter hatte das Herz der Kinder im Sturm erobert, denn das diesjährige Weihnachtsstück zeigt eine spannende Geschichte von Freundschaft, Vertrauen und Versöhnung – liebevoll in Szene gesetzt und mit tollen musikalischen Einlagen, die das Publikum auf eine gut 90-minütige Reise mit in die Welt von Räubern, Wichten und Gnomen nehmen.

Eine Geschichte von Abenteuern, Freundschaft von Versöhnung.

Ronja (Nadine Boske) aus dem Mattiswald lebt unbehelligt mit ihrem Vater Mattis, ihrer Mutter Lovis und der ganzen Mattisbande in der Mattisburg im Mattiswald. Eines Tages begegnet sie dem Räuberjungen Birk (Maximilian Hildebrandt) von den Borkaräubern, der frech behauptet, seine Sippe werde ab jetzt in der Nordhälfte der Mattisburg wohnen – klar, dass Ronja damit gar nicht einverstanden ist, denn von ihren Eltern weiß sie ja, dass die Borkaräuber ihre Erzfeinde sind.

Aus Feinden werden Freunde

Doch als Birk beim Sprung über einen Abgrund abrutscht, rettet ihm Ronja das Leben und eine Freundschaft zwischen den beiden beginnt – eine, die viele Hürden überwinden muss und immer wieder auf die Probe gestellt wird.

Und so gehen zwei Kinder aus zwei rivalisierenden Räuberfamilien ihren eigenen Weg – und das Mädchen, das der größte Schatz seines Vaters ist, schafft es am Ende, den großen Räuberhauptmann Mattis zur Versöhnung mit seinen Feinden zu bewegen.

Zwei verfeindete Räuberbanden, links die Familie von Ronja, rechts die Borkas, finden im Laufe der Geschichte zueinander. Falk von Traubenberg/Theater Lübeck

Eine tolle Geschichte vom Loslassen und Leben, von Freundschaft und Vertrauen. Die Kulisse sehr detailreich, die schauspielerische Leistung aller Darsteller toll, die Dialoge kindgerecht. Die Drehbühne wechselt stetig von der Mattisburg zum Mattiswald – und der Bärenhöhle, in die Ronja und Birk sich zuletzt alleine zurückziehen. Es schneit, es donnert. Es gibt echte Gnome (von den Darstellern großartig auf Knien gespielt) und gibt komische krähenartige Kreaturen, die über die Bühne fliegen und Ronja entführen wollen. Nadine Boske überzeugt in der Rolle der Ronja als lustiges, lebensfrohes und neugieriges Mädchen mit Herz.

Nicht gruselig, aber abenteuerlich

Räuber Glatzen-Per (Sven Simon) führt die Zuschauer erzählerisch durch die Geschichte – dazu gibt es immer wieder lustige Szenen sowie Tanz- und Singeinlagen – so mitreißend, dass das Abschlusslied „Gemeinsam sind wir stark“ ein zweites Mal aufgeführt wurde bei der Premiere, weil das Publikum so begeistert war und die Kinder laut nach einer Zugabe riefen.

„Wollen wir improvisieren?“, fragte Mattis-Darsteller Peter Grünig mit Blick nach oben in die Regie. Es folgte eine Taktvorgabe auf der Bühne – und das Lied mit Tanz und Musik wurde einfach noch mal aufgeführt: Ein toller Auftakt einer tollen Inszenierung des diesjährigen Weihnachtsstückes am Theater Lübeck.

Termine

Astrid Lindgrens Kinderbuchklassiker ist nicht nur eine spannende Räubergeschichte, sondern auch eine berührende Erzählung von einer Freundschaft, die alle Gräben überwindet.

Bis zum 26. Dezember steht das Märchen insgesamt 30 Mal auf dem Spielplan. Regisseurin Anna Werner, die bereits mit ihren Inszenierungen „Das Gespenst von Canterville“ und „Robin Hood“ am Theater Osnabrück die kleinen und großen Zuschauer verzauberte, bringt diese liebevolle Abenteuergeschichte für Kinder ab 7 Jahren auf die Bühne.

Familienvorstellungen: Sonntag 2. Dezember, Sonntag 16. Dezemebr sowie Sonntag 23. Dezember jeweils um 11 Uhr, 14 Uhr und 17 Uhr und Mittwoch, 26. Dezember, um 11 Uhr – zusätzlich gibt es zahlreiche Vorstellungstermine für Schulklassen.

Karten und Informationen gibt es unter Telefon 0451/399 600 sowie online unter www.theaterluebeck.de

Schabnam Tafazoli

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