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Junge Solisten beweisen ihr Talent

Lübeck Junge Solisten beweisen ihr Talent

Ladies first. Erst zwei Damen, nach der Pause zwei Herren. Studierende der Musikhochschule stellten sich bei einem Solistenkonzert in der jeweiligen Hauptrolle vor.

Lübeck. Ladies first. Erst zwei Damen, nach der Pause zwei Herren. Studierende der Musikhochschule stellten sich bei einem Solistenkonzert in der jeweiligen Hauptrolle vor. Zweimal war es das Konzertexamen, zweimal zeigten Wettbewerbssieger ihr Können. Präsident Rico Gubler bedankte sich bei den Lübecker Philharmonikern, die sich im großen Saal der Hochschule als Orchester zur Verfügung gestellt hatten. Sie wurden abwechselnd von Generalmusikdirektor Ryusuke Numajiri und von Kapellmeister Andreas Wolf geleitet. Beliebte und bekannte Stücke bildeten das Programm; Stücke allerdings, die auch das ganze Können der Solisten forderten.

Der Abend begann mit dem Violinkonzert von Jean Sibelius aus dem Jahre 1904. Shoko Murakami (Klasse Professor Heime Müller) spielte den Solopart: kraftvoll, deutliche eigene Akzente setzend.

Tschaikowskys Rokoko-Variationen gaben der Cellistin Yoon-Hye Chung (Klasse Professor Troels Svane) Gelegenheit, mit großem, vollem Ton ihr Instrument eindrucksvoll singen zu lassen.

Chopins zweites Klavierkonzert war auf den ersten Satz verkürzt; wohl um den Zuhörern die Möglichkeit zu geben, die letzten Minuten des EM-Halbfinales zu sehen. Viktor Soos (Klasse Professor Konrad Elser) spielte den Kopfsatz „Maestoso“ mit lockerem Anschlag, Gefühlvolles und Analytisches in der Balance haltend. Etliche Zuhörer bedauerten bei der Ansage die Kürzung. Bei Soos aber ging es noch nicht ums Konzertexamen.

Mit dem ersten Cellokonzert von Schostakowitsch wurde zum Schluss der Koreaner Sang Yhee (Professor Svane) gefeiert. Er lieferte eine überlegte, gut disponierte Gestaltung. Überzeugend nicht nur die große Cadenza zwischen dem zweiten und dritten Satz. „Ein geiles Stück“, sagte eine Kommilitonin beim Hinausgehen über das nach Stalins Tod geschriebene und von Mstislaw Rostropowitsch 1959 aus der Taufe gehobene Werk.

Großen Beifall erhielt auch das Philharmonische Orchester, das im Konzertsaal der Hochschule viel geschlossener, aber auch massiver klang als beispielsweise in der Rotunde der Musik- und Kongresshalle. Insgesamt ein schöner Beweis für den Leistungsstand der Musikhochschule und ein Beispiel für gelungene Zusammenarbeit zwischen den Kulturinstitutionen.

Konrad Dittrich

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