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Kultur im Norden Juristischer Etappensieg für die Suhrkamp-Erbin
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20:31 22.10.2013

Die Gläubigerversammlung hat dem Insolvenzplan des Suhrkamp-Verlages zugestimmt: In allen drei stimmberechtigten Gruppen gab es gestern eine klare Mehrheit für die Umwandlung von einer Kommandit- in eine Aktiengesellschaft. Mit dieser Änderung der Rechtsform soll der Einfluss der seit Jahren streitenden Gesellschafter — Ulla Unseld-Berkéwicz und Hans Barlach — auf das Tagesgeschäft minimiert werden. Der Minderheitsgesellschafter Barlach, der über seine Medienholding 39 Prozent der Anteile hält, war nicht selbst zur Gläubigerversammlung vor dem Amtsgericht Berlin-Charlottenburg erschienen. Durch seine Anwälte ließ er den Insolvenzplan ablehnen, er wurde jedoch überstimmt. Im Vorfeld war er bei dem Versuch gescheitert, die von seiner Kontrahentin Unseld-Berkéwicz vertretene Familienstiftung per einstweiliger Verfügung von der Abstimmung abzuhalten.

Prominente Suhrkamp- Schriftsteller hatten sich vorab in einem offenen Brief gegen Barlach ausgesprochen, einige Autoren waren gestern demonstrativ zum Gerichtstermin erschienen, darunter Durs Grünbein, Andreas Maier und Rainald Götz. In etwa einem Monat soll das Amtsgericht die Annahme des Insolvenzplanes durch die Gläubigerversammlung bestätigen und die Insolvenz aufgehoben werden.

Der Generalbevollmächtigte des Suhrkamp-Verlages, der Rechtsanwalt Frank Kebekus, erläuterte die Vorteile einer Aktiengesellschaft: „Die Gesellschafterstreitigkeiten hatten solche Ausmaße angenommen, dass das Tagesgeschäft gefährdet wurde. Beinahe wären einige renommierte Autoren vor den Kopf gestoßen worden, weil einer der Gesellschafter Vertragsabschlüssen nicht zustimmen wollte — nur, um den jeweils anderen zu ärgern.“ Das sei in einer Kommanditgesellschaft möglich, eine Aktiengesellschaft hingegen bringe weniger Einfluss für die Streithähne mit sich. Der vom Aufsichtsrat bestellte Vorstand könnte in Ruhe agieren.

Das ganze Insolvenzverfahren werde Kebekus zufolge oft zu unrecht so dargestellt, als diene es allein dazu, Barlach aus dem Verlag zu drängen. Das sei nicht der Fall. „Er wird nur an Einfluss auf den Vorstand verlieren — für die Familienstiftung gilt dasselbe.“ Beendet dürfte damit der Kampf um das Traditionshaus jedoch noch nicht sein. Barlach wird voraussichtlich Berufung einlegen.

Nina May/dpa

LN

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