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Justus Frantz‘ musikalische Neujahrsbotschaft

Lübeck Justus Frantz‘ musikalische Neujahrsbotschaft

Musik für Freunde: Der Dirigent gastierte mit seiner Philharmonie der Nationen in Lübeck.

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Seid umschlungen: Justus Frantz breitet die Arme aus.

Quelle: Malzahn

Lübeck. Wieder lockte Dirigent und Orchesterleiter Justus Frantz (70) mit dem Neujahrskonzert seiner Philharmonie der Nationen. Das Konzert vom vergangenen Sonnabend in der Lübecker Musik- und Kongresshalle fand diesmal aus den bekannten Gründen — Baumängel im großen Saal — in der Rotunde statt, was akustisch durchaus vertretbar war und als provisorische Lösung akzeptabel bleibt.

Unter dem Titel „Music for Friends“, den Justus Frantz‘ Freund Leonard Bernstein einst in die Welt setzte, begeben sich die Musiker mit diesem Neujahrsprogramm im Januar auf Deutschland-Tournee, die sie für 15 Konzerte über den Norden hinaus auch nach Süden (Stuttgart, Nürnberg), Ost (Magdeburg, Halle) und West (Oberhausen, Wuppertal) führen wird. Schon der MuK-Auftakt wurde zu einem Riesenerfolg, nahezu alle Plätze waren besetzt, und das Publikum feierte Frantz und sein Orchester am Ende mit Ovationen.

Zudem war eine Reihe von Flüchtlingen und Asylbewerbern eingeladen worden — als Geste der freundschaftlichen Verbundenheit mit den Menschen in Not, wie das Programmheft vermerkte.

Im ersten Teil erklangen Mozarts immergrüne „Zauberflöten“-Ouvertüre und anschließend sein A-Dur-Klavierkonzert KV 488, das Frantz vom Klavier aus dirigierte. Während die „Zauberflöten“-Ouvertüre klanglich noch etwas dickflüssig geriet, so blieb im Klavierkonzert die Orchesterbegleitung mit ihrem kostbaren Bläsersatz stets durchsichtig und luftig. Den Klavierpart gestaltete Justus Frantz zuverlässig und mit einer Unaufdringlichkeit, die dem Mozartschen Geist angemessen erscheint.

Nach der Pause erklang ein „Überraschungsprogramm“, das überwiegend Werken von Johann Strauß-Sohn („Fledermaus“-Ouvertüre, „Kaiserwalzer“) gewidmet war. Hier wäre ein wenig mehr „Wiener Schmäh“

anstelle der eher preußisch anmutenden Zackigkeit wünschenswert gewesen.

Nach der obligatorischen Zugabe, Johann Strauß-Vaters „Radetzkymarsch“, der traditionsgemäß vom Publikum mitgeklatscht wurde, gestaltete sich zuvor der Russische Tanz aus Tschaikowskys „Nussknacker“

zu einem kleinen Soloauftritt des Tamburinspielers.

Dieter Kroll

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