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KONZERTKRITIK

Lübeck KONZERTKRITIK

Klaviertrios von Beethoven, Ravel und Mendelssohn Bartholdy standen auf dem Programm des 3. Kammerkonzertes der Lübecker Philharmoniker.

Lübeck. Klaviertrios von Beethoven, Ravel und Mendelssohn Bartholdy standen auf dem Programm des 3. Kammerkonzertes der Lübecker Philharmoniker. Carlos Johnson (Violine), Hans-Christian Schwarz (Cello) und Tamami Toda-Schwarz (Klavier) boten im gut besuchten Schaubausaal der Stadtbibliothek einen reizvollen Gang durch die Musikgeschichte von der Klassik bis zum Impressionismus.

 

LN-Bild

Geiger Carlos Johnson.

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Beethovens Trio-Variationen über „Ich bin der Schneider Kakadu“ bezieht sich auf eine Melodie aus dem Singspiel „Schwestern von Prag“ von Wenzel Müller – seinerzeit ein Gassenhauer. Gedruckt wurde das Trio erst 1824, entstanden ist es wohl 20 Jahre früher. Erstaunlich und in der Interpretation der drei Musiker eindrucksvoll erklang die langsame Einleitung, die in starkem Kontrast zur fröhlichen Kakadu-Melodie steht; hier konnten die beiden Streicher und die Pianistin erstmals ihr kammermusikalisches Können unter Beweis stellen. Der unterschiedliche Charakter der zehn Variationen wurde deutlich herausgearbeitet, wobei der seltsame unhomogene Klang des Flügels irritierte.

Maurice Ravels großes Klaviertrio in a-Moll aus dem Jahr 1914 hingegen erlaubte den Musikern Schwelgen in Klangwolken. Die impressionistisch angehauchte Musik des Franzosen ließen vor allem die Streicher aufblühen, die leichten Intonationstrübungen im langsamen Satz störten kaum. Ein interessanter Vorgriff auf den Komponisten, dem das SHMF 2017 einen Schwerpunkt widmet.

Klare Form und Struktur bot Felix Mendelssohn Bartholdys Klaviertrio op. 66 in c-Moll. Das präzise Zusammenspiel von Carlos Johnson, Hans-Christian Schwarz und Tamami Toda-Schwarz führte zu einer sehr transparenten Wiedergabe des Werkes. Nicht nur ein Streichquartett, auch ein Klaviertrio kann wirken wie eine Unterhaltung gebildeter Menschen, das spürte man bei dieser romantischen Komposition, die durch ihre wunderbaren Melodien und harmonischen Einfälle besticht. Mendelssohn schrieb dieses Trio in einer von Verpflichtungen freien Ferienzeit, die er im Taunus verbrachte. Die heitere Grundstimmung brachte das Trio ganz wunderbar zum Ausdruck. Fel

LN

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