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Kultur im Norden Kafkas „Prozess“ im Berliner Gropius-Bau
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18:10 28.06.2017
Berlin

. Das Manuskript des wohl bekanntesten Romans von Franz Kafka, „Der Prozess“, ist ab morgen im Berliner Martin-Gropius-Bau zu sehen.

Mehr als 100 Jahre nach seiner Entstehung wird das rund 170 Seiten umfassende Manuskript in einer eigens gefertigten Vitrine, vor Licht und Luft geschützt, vollständig präsentiert, wie Gereon Sievernich als Direktor des Martin-Gropius-Baus gestern in Berlin sagte. Erstmals erschien das bereits 1915 weitgehend abgeschlossene Werk 1925, herausgegeben von Max Brod aus dem Nachlass des ein Jahr zuvor gestorbenen Schriftstellers.

Ergänzt wird die Ausstellung um Vorführungen der Verfilmung von Orson Welles aus dem Jahre 1962 und Fotografien aus der Sammlung Klaus Wagenbach. Zudem sind Übersetzungen des Werkes in mehr als 35 Sprachen der Welt zu sehen.

Das Manuskript war 1988 von Bundesregierung, Kulturstiftung der Länder und Land Baden-Württemberg auf einer Londoner Auktion für rund 3,5 Millionen Mark erworben worden. Es sei damals das teuerste je auktionierte Manuskript gewesen, hieß es.

In unmittelbarer Nähe des Martin-Gropius-Baus gab es bis Anfang der 1920er Jahre das Hotel Askanischer Hof. Dort kam am 12. Juli 1914 Kafka zu einem Gespräch mit seiner einstigen Verlobten Felice Bauer, ihrer Schwester Erna und Felices Freundin Grete Bloch zusammen. Dieses Treffen habe Kafka wie einen „Gerichtshof im Hotel“ empfunden und entwickelte daraus die Idee zu seinem Roman.

Die Berliner Ausstellung geht auf die Präsentation „Der ganze Prozess“ aus dem Jahr 2013/2014 im Literaturmuseum der Moderne in Marbach zurück. Das Manuskript gehört zu den Sammlungen des Deutschen Literaturarchivs Marbach.

„Franz Kafka. Der ganze Prozess“, Martin Gropius-Bau, 30. Juni bis 28. August 2017. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Montag, 10 bis 19 Uhr. Eintritt: 7 Euro

LN

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