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Kalkulierte Katastrophe im Theater

Kalkulierte Katastrophe im Theater

Hamburg. Auch Pleiten, Pech und Pannen können Spaß machen. Damit gespickt ist die britische Krimifarce „The Play That Goes Wrong“, die am Montagabend im Hamburger St.

Hamburg. Auch Pleiten, Pech und Pannen können Spaß machen. Damit gespickt ist die britische Krimifarce „The Play That Goes Wrong“, die am Montagabend im Hamburger St. Pauli Theater Premiere gefeiert hat. Die Bühne zeigt eine englische Schlosshalle mit Marmorkamin und Lederchaiselongue, ein Wappen an der Wand, Hundegemälde, dazu ein Easy-Listening-Sound der 60er Jahre. Die Fassade hält nicht lange:

 

LN-Bild

Premiere im St. Pauli Theater: „The Play That Goes Wrong“.

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Die Umrahmung kracht vom Kamin, das Wappen kippt immer wieder nach unten, schlägt dabei diverse Darsteller k.o.. Die Akteure beherrschen ihre Texte nicht, funkenschlagende Kurzschlüsse erleuchten das immer wüster wirkende Tollhaus.

„Ein katastrophaler Theaterabend“ eben – so lautet denn auch der deutsche Untertitel der britischen Krimifarce „The Play That Goes Wrong“ von Henry Lewis, Jonathan Sayer und Henry Shields, deren Premiere in Hamburgs privatem St. Pauli Theater unter Lachsalven und tosendem Applaus gefeiert wurde. Ein deutlich von Größen wie Monty Python und Agatha Christie inspiriertes Nonsens-Werk, das in der Inszenierung von Dominik Flaschka zum perfekt getimten Feuerwerk schwarzen Humors geraten ist. Theater im Theater also. Dabei sind das Stück und die Inszenierung ein extrem gewitztes Spiel mit Genre-Stereotypen. Im karierten Anzug und intellektuell hochmütig gibt etwa Peter Zgraggen einen Inspektor Carter, der überdeutlich an Sherlock Holmes erinnert. Er soll den Mord am Schlossbesitzer aufklären, macht aber das sich quasi pausenlos abspulende Desaster (im Bühnenbild von Simon Schmidmeister) nur noch schlimmer. Der 2012 in London uraufgeführte Edel-Quatsch ist dort seit 2014 im Duchess Theatre zu erleben. Ulrike Cordes

LN

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