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Kultur im Norden Kammermusik in großer Besetzung
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18:10 26.12.2017

Jörg Linowitzki, Professor für Kontrabass an der Musikhochschule Lübeck, ist das letzte der Gründungsmitglieder, das noch bei Linos spielt. „Wir waren damals alle junge Musiker, wir kannten uns aus Wettbewerben und aus dem Bundesjugendorchester. Und wir hatten ein gemeinsames Interesse: Wir wollten groß besetzte Kammermusik spielen.“ Das war in den späten 1970er Jahren ausgesprochen ungewöhnlich, diese Sparte der Kammermusik war völlig aus der Mode gekommen. „Wir, fünf Streicher, fünf Bläser und ein Pianist, haben uns dann für eine Woche in St. Augustin bei Bonn getroffen, haben geprobt, viel diskutiert und uns schließlich auf den Namen für unser Ensemble geeinigt. Und wir haben damals beschlossen, im Linos Ensemble nur nebenberuflich zu spielen. Das hat uns die Freiheit für die Programmgestaltung gegeben“, sagt Linowitzki.

Die Linos-Programme beinhalten häufig Raritäten und Wiederentdeckungen. Bekanntere Werke wie Beethovens Septett op. 20 oder Schuberts „Forellenquintett“ gehören auch zum Repertoire der Musiker, Entdeckungen wie die der Werke, die für Arnold Schönbergs „Verein für musikalische Privataufführungen“ geschrieben wurden, sind ein besonderes Anliegen. Die neueste CD des Linos-Ensembles ist die achte Folge mit Werken aus dieser legendären Reihe, die Schönberg 1918 begründet hat. Die CD beinhaltet Werke von Schönberg, Zemlinsky und Busoni in Bearbeitungen, etwa die Fassung von Erwin Stein von Busonis „Berceuse élégiaque“ op. 42. Die nächste Linos-CD, die Anfang des Jahres erscheint, beinhaltet Werke des fast vergessenen Hamburger Komponisten Arnold Krug (1849-1904).

„Es ist für mich besonders reizvoll, in diesem Ensemble mit wechselnden Besetzungen spielen zu können“, sagt die Pianistin und Lübecker Klavierprofessorin Konstanze Eickhorst, die drei Jahre nach der Gründung zum Linos Ensemble stieß. „Es ist eine wunderbare Ergänzung zu meiner Tätigkeit als Pädagogin und als Solistin. Vor allem die Einspielung der Werke von Louise Farrenc war für mich interessant.“ Bei der Suche nach Raritäten engagiert sich das CD-Label „classic production osnabrück“ besonders. Neben alter Kammermusik beschäftigt sich das Ensemble aber auch mit zeitgenössischen Klängen. Mehrere Komponisten, darunter der in Lübeck lehrende Dieter Mack, haben für Linos geschrieben.

Dritte in Lübeck ansässige Linos-Musikerin ist die Geigerin Sidsel Garm Nielsen. Die Dänin hat unter anderem in Lübeck bei Nora Chastain studiert und ist seit 2002 erste Geigerin bei den Hamburger Philharmonikern. Sie gehört zu den „jüngsten“ Mitgliedern des Linos Ensembles, ist aber auch schon 18 Jahre dabei. „Es macht ganz einfach Freude, hier zu spielen“, sagt die Geigerin, die zu Beginn ihrer Karriere Konzertmeisterin bei den Lübecker Philharmonikern war. „Wir haben ein breites Spektrum in unseren Programmen, es wird nie langweilig bei Linos.“ Im März kommt das Ensemble auf seiner Jubiläums-Tour ins Lübecker Kolosseum.

Von Jürgen Feldhoff

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