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Kultur im Norden Kapitän Ahabs Jagd auf den weißen Wal
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20:15 22.10.2013
Regisseur und Wal-Experte: Gernot Grünewald. Quelle: Thorsten Wulff
Lübeck

Jeder kennt „Moby Dick“. Aber kaum jemand hat das Buch gelesen. Auch Gernot Grünewald war die Geschichte um Kapitän Ahab und dessen Jagd auf den weißen Wal von Kindesbeinen an vertraut. Nun aber hat er den echten „Moby Dick“ kennengelernt, den 850 starken Roman von Herman Melville — um ein Theaterstück daraus zu machen. Morgen hat „Moby Dick“ im Jungen Studio des Theaters Lübeck Premiere.

Gernot Grünewald hätte es sich leichter machen und eine der bestehenden Bühnenfassungen verwenden können. Hat er nicht getan. „Ich musste eine eigene Fassung machen“, sagt er. Wie bringt man den Mammutstoff auf die kleinste Bühne am Theater Lübeck? Das Publikum wird weder Ahabs Schiff, die „Pequod“, noch Wale zu sehen bekommen. Und statt einer 30-köpfigen Besatzung gibt es nur drei Leute an Bord: Kapitän Ahab, gespielt von Katrin Aebischer, den Matrosen Ismael (Matthias Hermann) und Steuermann Starbuck (Thomas Schreyer), Ahabs Gegenspieler. Geräusche, die die Schauspieler selbst produzieren, spielen eine bedeutende Rolle, etwa das Tok tok tok von Ahabs Holzbein. „Wir versuchen nicht, eine historisch ferne Welt entstehen zu lassen“, sagt der Regisseur. „Die Geschichte wird heute erzählt für Leute, die heute ins Theater gehen.“ In dem Stück geht es sowohl um die Abenteuer auf der „Pequod“ als auch um Walfang.

Melvilles Roman erschien im Jahr 1851. Dass die Geschichte um den fanatischen Ahab und sein Sinnen auf Rache und Beherrschung der Natur bis heute aktuell sind, steht für Grünewald außer Frage. „Für mich ist besonders interessant, dass Ahab sich nicht mit seiner Verletzlichkeit und Sterblichkeit abfindet“, sagt er. Ein Fall von Größenwahn, der böse enden muss. Heute sei das Schiff von Ahabs Nachfahren bevölkert, so Grünewald: von sieben Milliarden Menschen auf dem Weg in die Klimakatastrophe.

„Moby Dick“ ist die erste Regiearbeit des 1978 in Stuttgart geborenen Regisseurs in Lübeck. Er ist tief in den Stoff eingestiegen, Die Arbeit an „Moby Dick“ hat ihn fast zum Walexperten werden lassen. „Wissen Sie, was das Gehirn eines Pottwales wiegt?“, fragt er. Acht Kilogramm.

Premiere morgen um 20 Uhr, Junges Studio

liz

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