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Kieler Theaterabend: Premieren im Doppelpack

Kiel Kieler Theaterabend: Premieren im Doppelpack

Zwei Uraufführungen zu „Die Zehn Gebote“.

Kiel. Ungewöhnliche Doppel-Uraufführung zu einem ungewöhnlichen Thema: Das Schauspielhaus Kiel beauftragte Feridun Zaimoglu und den israelischen Dramatiker Shlomo Moskowitz, ihre Sicht der Zehn Gebote auf die Theaterbühne zu bringen. An einem Abend werden zwei Inszenierungen als Doppel-Uraufführung direkt hintereinander gezeigt — mit demselben Bühnenbild. Premiere des Theaterprojekts „Die Zehn Gebote“ ist morgen.

 

LN-Bild

Feridun Zaimoglu.

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Als erster Teil kommt die Adaption des Kieler Schriftstellers Feridun Zaimoglu („Hinterland“, „Siebentürmeviertel“) und seines Ko-Autors Günter Senkel auf die Bühne. Die Autoren siedeln ihre Auseinandersetzung mit dem biblischen Stoff im Zweiten Weltkrieg während der Belagerung von Leningrad an. Rund 900 Tage dauerte die von Hitler angeordnete Belagerung von September 1941 bis Januar 1944, mehr als eine Million Menschen starben an Hunger, Kälte, Krankheiten oder bei Kämpfen.

„Ständig wechselnd zwischen russischer und deutscher Seite entsteht ein düsterer, sprachmächtiger und faszinierender Theatertext, der der Frage nachgeht, wie viel die Zehn Gebote als ethische Handlungsmaxime menschlichen Miteinanders in Zeiten von Krieg, Hunger und Gewalt überhaupt wert sind“, so das Theater. Regie führt Annette Pullen, die bereits am Hamburger Thalia Theater oder in Weimar gearbeitet hat und von 2011 bis 2015 Leitende Schauspielregisseurin am Theater Osnabrück war.

Der renommierte israelische Dramatiker Shlomo Moskowitz lässt seine Adaption der Zehn Gebote vor dem Hintergrund des Libanonkriegs von 1982 spielen: Adam, Brigadegeneral einer israelischen Panzereinheit, erlebt bei der Belagerung einer Stadt eine Epiphanie (Erscheinung): „Eine charmante libanesische Eselin führt Adam mit viel philosophischem Witz die Sinnlosigkeit und Ungerechtigkeit seines Tuns vor Augen und schickt den verwirrten General auf eine sehr persönliche Suche nach den wahren Werten“, heißt es in der Theaterankündigung. Regie führt Dedi Baron. Sie gehört zu den preisgekrönten Theaterregisseurinnen in ihrer Heimat Israel, hat aber auch an der Berliner Schaubühne gearbeitet.

LN

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