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11:30 27.11.2018
„Meine Großeltern haben mich kirchlich sozialisiert“: Kirchenmusiker Klaus Eldert Müller. Quelle: foto: BachChor
Lübeck

Klaus Eldert Müller (51) ist seit etwas mehr als sechs Monaten als Nachfolger von Hartmut Rohmeyer im Amt des Lübecker Domorganisten tätig. Der von der Insel Borkum stammende Kirchenmusiker hat das Luxusproblem, gleich zwei Chöre am Dom leiten zu können. Was allerdings auch Probleme mit sich bringt.

„Bislang waren der Domchor und der Sing- und Spielkreis beides Oratorienchöre. Diese Situation war aus meiner Sicht unbefriedigend. Mir kommt es darauf an, das Profil beider Chöre zu schärfen und damit erkennbarer zu machen. Der Domchor wird weiterhin die großen Oratorien singen, der Sing- und Spielkreis wird zum Kammerchor, der sich unter anderem um die reiche A-cappella-Literatur kümmern soll.“

Die Rückkehr zur Musik von Heinrich Schütz und Hugo Distler sieht Müller als historische Notwendigkeit. „Der Sing- und Spielkreis legt viel Wert auf seine Historie, was sich ja schon in dem alten Namen manifestiert. Zur Historie gehört aber auch speziell die Musik von Distler und Schütz, die wir aus diesem Grunde auch aufführen. Diese Kompositionen sind ausgesprochen schwierig einzustudieren und aufzuführen, aber das Ergebnis lohnt die Mühe.“ Allerdings soll der Sing- und Spielkreis sich nicht ausschließlich auf Distler und Schütz beschränken, sagt der Domorganist. Auch moderne Werke sollen von dem Kammerchor aufgeführt werden.

Gegen die Überalterung der Chöre geht Klaus Eldert Müller mit einer Altersgrenze vor. „Ab 1. Januar 2019 gilt eine Altersgrenze von 70 Jahren. Wer weiterhin im Dom singen will, kann dies in der neugegründeten Domkantorei tun, die vor allem die Gottesdienste musikalisch bereichern wird.“ Für den Domchor, der zurzeit rund 70 Mitglieder hat, bedeutet die Altersgrenze eine weitere Schwächung.

„Wir suchen dringend Nachwuchs für beide Chöre“, sagt Klaus Eldert Müller. „Wir haben so interessante Projekte, dass es sich eigentlich herumsprechen müsste, wie viel Freude das Singen in unseren beiden Chören macht.“ Zu den Projekten gehört ein Auftritt bei der Greifswalder Bachwoche im Juni , bei der die beiden Chöre Müllers gemeinsam mit dem dortigen Domchor das groß besetzte Oratorium „Groß ist Gottes Herrlichkeit“ von Gerard Bunk aufführen werden. Auch Händels Oratorium „Judas Maccabäus“ steht auf dem Programm des Lübecker Domchors.

Mit 12 Jahren Orgel im Gottesdienst

Zur Kirchenmusik ist Klaus Eldert Müller über seine Großeltern gekommen. „Mein Großvater war viele Jahre lang im Kirchenrat der reformierten Gemeinde auf Borkum“, erzählt er. „Meine Großeltern haben mich kirchlich sozialisiert. Ich habe als Kind Blockflöte und Klavier gelernt, dann fehlte an der Kirche ein Organist, deshalb hat man mir dann auch noch Orgelunterricht ermöglicht. Mit zwölf Jahren habe ich erstmals im Gottesdienst gespielt.“ Eigentlich wollte Müller ja Hammond-Orgel spielen: „Ich hatte im ,Aktuellen Sportstudio’ Franz Lambert gesehen und gehört, den fand ich damals ganz toll. So eine Orgel wollte ich dann auch spielen.“

Aber es kam anders. Nach dem Studium in Hamburg und Lübeck bekam Müller eine erste Stelle in Oberhausen, die er acht Jahre lang innehatte. Dann wechselte er nach Dortmund, seit März dieses Jahres ist er in Lübeck tätig. Und er ist zufrieden: „Lübeck ist wunderschön, es ist auch nicht so hektisch wie Hamburg. Und der Dom ist eine fantastische Kirche.“

Jürgen Feldhoff

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