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„Klassik ist relativ“

Schönberg „Klassik ist relativ“

Der 30. Schönberger Musiksommer präsentiert vom 11. Juni bis zum 1. Oktober 31 Veranstaltungen von Klassik bis zum Stummfilm.

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Blasen am Sonntag den 30. Musiksommer ein: die Schönberger Turmbläser von der St.-Laurentius-Kirche.

Quelle: Fotos: Schönberger Musiksommer

Schönberg. Lübeck und Schönberg sind nur 14 Kilometer voneinander entfernt. 1987 eine unüberbrückbare Entfernung, denn die innerdeutsche Grenze trennte die mecklenburgische Kleinstadt von der Hansestadt. Im selben Jahr gründeten sich beiderseits der Mauer Musikfeste: das Schleswig-Holstein-Musikfestival (SHMF) im Westen, der Schönberger Musiksommer im Osten. In diesem Sommer feiern beide Festivals ihr 30-jähriges Bestehen, und bei den Konzerten begegnen sich seit dem Mauerfall Künstler und Besucher aus Ost und West.

LN-Bild

Der 30. Schönberger Musiksommer präsentiert vom 11. Juni bis zum 1. Oktober 31 Veranstaltungen von Klassik bis zum Stummfilm.

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Während das SHMF möglichst unterschiedliche Spielorte zum Klingen bringt, konzentriert sich der Schönberger Musiksommer auf die St.-Laurentius-Kirche. Die Eröffnung des 30. Schönberger Musiksommers am Sonnabend, 11. Juni, findet in einem festlichen Doppelpack statt: Um 20 Uhr erklingen drei chorsinfonische Werke, darunter Bachs Kantate „Ich hatte viel Bekümmernis“ und eine Komposition des langjährigen Chefs der Greifswalder Bachwoche, Manfred Schlenker. Am Sonntag ist ab 10 Uhr beim Gottesdienst Musik von Bach, Reger und Schlenker zu erleben, um 12 Uhr kann man dann die Turmbläser vom Turm der St.-Laurentius-Kirche vernehmen, ein ambitioniertes Laienensemble mit Mitgliedern aus der ganzen Region.

Immer dienstags erklingt um 20 Uhr die Musik in der St.-Laurentius-Kirche, das Programm reicht von klassischer geistlicher Musik über Jazz und experimentelle zeitgenössische Konzerte bis zu Filmvorführungen. Da trifft etwa Einstein auf Beethoven und Bach. Einstein, das sind drei Musiker, die Klassik mit elektronischen Klängen verschmelzen. „Klassik ist relativ“, nennen sie ihr Programm, und die Zeile könnte auch über dem 30. Schönberger Musiksommer stehen. Innovativ, experimentierfreudig ist das Musikfestival am westlichen Rand von Mecklenburg-Vorpommern, das in diesem Jahr mit einer Spielzeit bis zum 1. Oktober seine längste Dauer hat.

Am kommenden Dienstag erklingt Marimba solo mit Simon Lessing. Zu den kommenden Höhepunkten gehören romantische Musik auf der Harfe mit Silke Aichhorn, szenische Klagegesänge mit Musikern und Schauspielern, Flöte und Klavier mit Toon Fret, das Gastspiel der Kammerphilharmonie Hamburg und die Leipziger Damencombo Sjaella mit Vokalmusik sowie Live-Musik zum Stummfilm „Erde“ – wie gesagt, Klassik ist relativ. Und an kein Alter gebunden, denn schon seit Jahren zieht der Schönberger Musiksommer Hunderte junge Zuhörer an. Die Kinderkonzerte gestaltet in diesem Sommer das Johannes Bigge Trio, die Jugendkonzerte das Clara Haberkamp Trio „Orange Blossom“, außerdem bringt das Landesjugendorchester Schwung in die alte Bischofskirche.

Kunst ist ständiger Begleiter der Konzerte. Die sich wandelnde Schau „Credo“ vereint künstlerische Standpunkte von Geflüchteten und Hiergebliebenen, Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen. Unter dem Titel „Credo“ findet das Musikfest am 1. Oktober auch seinen Abschluss mit musikalischen Statements von Arvo Pärt, Johann Sebastian Bach und Franz Liszt.

Dass das große Festival in Schleswig-Holstein, das ja ebenfalls im Sommer läuft, dem kleinen in Schönberg Konkurrenz machen könnte, war für Christoph D. Minke nie ein Thema. „Bei uns ist manches etwas anders. Auf jeden Fall handgemacht, manchmal auch hemdsärmelig“, sagt der Schönberger Kantor, der seit 25 Jahren den Musiksommer leitet und freitags an der Orgel zu hören ist.

Konzerte & Kunst

Christoph D. Minke ist nicht nur Kirchenmusiker der St.-Laurentius-Kirche in Schönberg, er ist auch verantwortlich für die künstlerische Leitung und Programmgestaltung des Musiksommers. Er wurde 1965 in Nauen geboren und begann mit fünf Jahren mit Klavierunterricht. Ab 1974 erlernte er autodidaktisch das Orgelspiel. In den 1980er Jahren studierte er Kirchenmusik in Greifswald und Weimar.

30. Schönberger Musiksommer: Eröffnung am Sonnabend, 11. Juni, um 20 Uhr. Bis 1. Oktober, dienstags, 20 Uhr, in der Schönberger St.-Laurentius-Kirche (Sonderkonzerte an Wochenenden). Karten: 10 Euro, Förderkarten ab 15 Euro Ausstellung: Eröffnung am 14. Juni, 20 Uhr: „Credo“, dienstags bis sonnabends 12 bis 17 Uhr und während der Konzerte.

Tickets , Programm und Infos unter

www.schoenberger-musiksommer.de

Petra Haase

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