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Kleiderhaufen als Symbol der Vergänglichkeit

Lübeck Kleiderhaufen als Symbol der Vergänglichkeit

Die Lübecker Künstlerin Barbara Engel stellt in den Räumen der Gedok aus.

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Die Lübecker Künstlerin Barbara Engel mit einem der Werke aus ihrer neuen Serie „abgelegt“.

Quelle: Lutz Roeßler

Lübeck. Kleiderhaufen, die in einem wilden Knäuel auf dem Boden liegen, dazwischen einzelne Schuhe oder Schmuck. Bei ihrem Anblick fragt sich die Betrachterin unwillkürlich, zu was für einem Menschen der Lackstiefel oder die knallrote Sandale wohl gehören. Doch die Besitzer sind nicht zu sehen. In der Serienarbeit „abgelegt“ der Lübecker Künstlerin Barbara Engel hat sich der Stoff verselbständigt.

„In der Kunstgeschichte war der Kleidungsstoff ein häufig verwendetes Motiv“, sagt Engel. Auf vielen Porträts sei der Stoff fein säuberlich um den Körper drapiert. Dabei wirft die Kleidung Falten, aus denen eigene Formen und Figuren entstehen. Dieser individuelle Faltenwurf fasziniert die Künstlerin: „Das hat immer etwas Ästhetisches.“ Ihre Kleidungsstücke sind jedoch nicht nur Dekoration, und die Form ist nicht drapiert, sondern Zufall. „Man könnte meinen, dass sich der Kleiderhaufen in ein eigenes organisches Konstrukt verwandelt hat, welches an Innereien erinnert“, sagt Engel. Die abgelegte Kleidung soll somit auch für die Vergänglichkeit des Menschen stehe. Die Künstlerin hat dabei auch an die Vanitas-Stilleben gedacht.

Mit dem Thema Ordnung beschäftigt sich Barbara Engel schon seit über zehn Jahren. Wie Ordnung zustande kommt und was passiert, wenn man sich nicht darum kümmert. Dann entsteht das Chaos, welches die achtlos auf die Erde geworfenen oder auf irgendwelchen Ablagen entstandenen Kleiderhaufen symbolisieren.

Das Durcheinander auf den Bildern wird durch runde Leinwände unterstützt. Die Malereien auf Öl werden vier Wochen in den Geschäftsräumen der Künstlerinnenorganisation Gedok, Fleischhauerstraße 33, in Lübeck ausgestellt. Barbara Engel bildet den Auftakt einer Reihe, in der Künstlerinnen des Verbandes vorgestellt werden.

ar

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