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18:10 26.07.2018
Hamburg

„Wenn Deutschland dich liebt, dann liebt es dich für immer“, sind nur einige von mehreren warmen Worten, die Ed Sheeran seinem Publikum zuruft und die ohrenbetäubenden Jubel aufbranden lassen. Das ausverkaufte Open-Air-Konzert auf der Trabrennbahn in Hamburg-Bahrenfeld ist mit 80000 feiernden Besuchern nicht nur die größte von Sheeran jemals in Hamburg gespielte Show, sondern auch seine größte in Deutschland und die größte seiner gesamten Europa-Tournee. Für Edward Christopher Sheeran werden langsam aber sicher die Superlative knapp.

Der derzeit erfolgreichste britische Popstar nutzt die Gunst der Stunde und erinnert sich mit beinahe komödiantischem Talent an sein erstes Deutschland-Konzert. Als ihn damals, auf der Reeperbahn der Hansestadt, rund hundert Leute überaus verhalten beklatschten. Inzwischen hat sich einiges geändert, ein derartiges Szenario wie damals wäre heute nicht mehr vorstellbar. Jedem Statement folgt Kreischalarm, etwa dann, wenn Sheeran sich zu einer zugegebenermaßen erwartbaren Liebeserklärung hinreißen lässt: „I love Hamburg!“ Vorher aber springt der Rotschopf zu den Akkorden von „Castle On The Hill“ auf die Bühne, die Trabrennbahn gehört ihm.

Von seinem Markenzeichen, ganz in alter Songwriter-Folk-Manier ohne Band zu spielen und sich selbst nur mit Gitarre und Loop-Station zu begleiten, weicht er auch bei diesem Besuch nicht ab. So fehlt den Songs zwar der Druck, aber gewiss nicht die Eingängigkeit. Sheeran macht das unverschämt gut, er hat ein gutes Händchen. Und die Setlist beeindruckt mit Hits: „Shape Of You“, „Thinking Out Loud“

und weitere aus der Anfangserfolgszeit wie etwa „The A Team“. Lückenfüller? Fehlanzeige!

Absolutes Highlight des Abends? Kaum möglich, es zu benennen, aber vielleicht ist es „Fire“. Den Song hatte Sheeran eigens für den zweiten Teil der „Hobbit“-Filmreihe geschrieben. Dem Ganzen geht eine Art Intro-Cover des Klassikers „Feeling Good“ voraus. Urteil: Ganz groß! Dazu akustisch beeindruckend die Lautstärke des Publikum-Chors und der wogende Ozean aus klatschenden und schwenkenden Armen und Händen. Was wirklich beeindruckt ist Sheerans Präsenz. Wie er es nahezu spielerisch schafft, auch vor einer Menschenmenge von 80 000 Besuchern eine beinahe intime Atmosphäre zu kreieren.

„Tenerife Sea“ schließlich bricht er soweit herunter, bis für ein paar Momente die Zeit still zu stehen scheint. Ebenso wiegt sich „Dive“ in die Dämmerung. Gänsehaut und Handylicht zu „Dancing In The Dark“. Wenn man dem Künstler glauben darf, funktionieren solche Balladen nur in Deutschland, woanders wollen die Leute mehr Energie. Aber weshalb Energie einfordern, wenn man Magie spüren kann? Die Liebe ist das Überthema der Pop-Welt und Sheeran der gute Freund, der in seinen Liedern oftmals bittere Wahrheit über sie beichtet. Er hat Songs, die Herz und Seele berühren. Er hat eine Art, die fasziniert. Die Sympathien fliegen ihm zu. Und als er als Zugabe im FC St. Pauli-Trikot zurück auf die Bühne kehrt, hat er die Massen endgültig und abschließend für sich gewonnen. Ein großer Abend – der für manch einen allerdings im Krankenhaus endete. Bei Temperaturen von weit über 30 Grad wurden nach Angaben der Hamburger Feuerwehr 330 Konzertbesucher mit Kreislaufproblemen behandelt, zwölf wurden vorsorglich ins Krankenhaus gebracht.

Zur Person

Was Ed Sheeran anfasst, das wird tatsächlich zu Gold oder zur goldenen Schallplatte.

Aufgewachsen in Hebden Bridge, feiert der Wahl-Londoner Edward Christopher Sheeran mit seinen drei Alben und den dazugehörigen Singles einen Erfolg nach dem anderen.

Seine ersten Songs entstanden bereits während der Schulzeit, Sheeran entstammt einer musikalischen Familie.

Seine Tournee bringt ihn am Sonntag und Montag nach München.

Thorben Bull

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