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Kolonialer Blick auf das Exotische

Bremen Kolonialer Blick auf das Exotische

. Als erstes deutsches Kunstmuseum hat die Bremer Kunsthalle ihre eigene Geschichte auf Spuren der Kolonialzeit erforscht und zeigt die Ergebnisse in einer ...

Bremen. . Als erstes deutsches Kunstmuseum hat die Bremer Kunsthalle ihre eigene Geschichte auf Spuren der Kolonialzeit erforscht und zeigt die Ergebnisse in einer Ausstellung unter dem Titel „Der blinde Fleck“. Sichtbar gemacht werde insbesondere die Darstellung und der Umgang mit dem Fremden in der frühen Moderne, sagte gestern Kunsthallen-Direktor Christoph Grunenberg.

Das Forschungsprojekt wurde maßgeblich von der Kulturstiftung des Bundes gefördert. Die Schau zeigt die Verflechtungen zwischen bremischer Handelsgeschichte und der Sammlungsgeschichte der Kunsthalle. Der internationale Handel Bremer Kaufleute hat Spuren in der Sammlung hinterlassen. So haben vorwiegend weiße, männliche Künstler wie Ludwig Kirchner und Paul Gauguin farbige Frauen gemalt und auf erotische und exotische Posen reduziert. Die Kunst aus Afrika, Asien oder Ozeanien diente ihnen als Projektionsfläche für eigene Wünsche und Fantasien.

Einen zeitgenössischen Kommentare liefert die nigerianisch- deutsche Künstlerin Ngozi Schommers. Sie hat sich mit Bremer Kolonialverpackungen aus der Sammlung des örtlichen Übersee-Museums auseinandergesetzt, auf denen Afrikanerinnen oft dienend inszeniert werden. Den meist rassistischen Darstellungen stellt sie 50 Kohlezeichnungen mit Porträts von Frauen gegenüber, die sie in Nigeria, Ghana und Deutschland getroffen hat. „Sie alle sind starke, zielgerichtete und karrierebewusste Frauen“, sagte Schommers.

Dieter Sell

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