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Kultur im Norden Komik und knallharte Sprache
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20:10 04.08.2015
Helwig Arenz. Quelle: Raphael Rumpf
Lübeck

Dieser Nik ist wirklich böse. Nicht unbedingt, weil er böse sein will. Es ist eben einfach so gekommen, wie es gekommen ist. Nik ist ein halbwüchsiger Kleinkrimineller, dessen größtes Problem darin besteht, ausreichend Bier und Drogen zur Gestaltung seines Alltags heranzuschaffen. Nik wohnt in einem privat von dem Gutmenschen Gabriel finanzierten Wohnprojekt, wo außerdem noch Niks etwas dämlicher Kumpel haust, dazu eine permanent drogenbegründet weggetretene Französin. Und natürlich Laurie, die Freundin von Gabriel.

Das sind die Ingredienzien, aus denen Helwig Arenz (geboren 1981 in Nürnberg) seinen Debütroman „Der böse Nik“ zusammengerührt hat. Der erste Roman eines jungen Autors, ein Roman über junge Leute.

Aus der inhaltlichen Gemengelage hätte Helwig Arenz eine Schnulze machen können oder ein Stück sozialromantischer Prosa. Diesen beiden Gefahren ist Arenz entgangen, indem er seinen Nik ganz einfach erzählen lässt, in knallharter Sprache, die den Leser erschrecken lässt, aber durchaus auch ihre komischen Seiten hat.

Eigentlich ist „Der böse Nik“ eine Art Krimi. Der Titelheld ist in Gabriels Wohnprojekt gestrandet, betrügt seinen Gastgeber mit dessen Freundin. Dann kommt auch noch ein Vegetarier dazu, der den Besuch aber nicht lange überlebt. Und am Ende findet der böse Nik dann doch noch seinen Meister, weil Gutmensch Gabriel nicht so hochanständig ist, wie es lange schien.

Arenz‘ Roman erinnert zuweilen in seinen kurzen Kapiteln und Abschnitten an ein Theaterstück. Seine Prosa hat Rhythmus, und wenn man sich an Niks sarkastisch-brutalen Ton gewöhnt hat, macht dieser Roman ausgesprochene Lesefreude. Ein gelungenes Debüt.

„Der böse Nik“ von Helwig Arenz, Ars vivendi Verlag, 160 Seiten, 17,90 Euro. Der Autor liest morgen im Rahmen der Reihe „Debüt im Buddenbrookhaus“ im Gewölbekeller des Museums.

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