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Kostproben, Filmmusik und Clownerien auf allen Bühnen

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Die 10. Lübecker Theaternacht begann gestern schon am frühen Abend – wie so oft mit großem Andrang.

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Ea Paravicini sorgte auf dem Schrangen für magische Momente.

Quelle: Fotos: Haase, Kurz-Kohnert, Neelsen

Lübeck. Schon vor 17 Uhr stand ein Grüppchen vor dem Theater Lübeck. Mit Henry Purcells „Trumpet voluntary“ eröffnete eine Bläsergruppe vom Fenster im ersten Stock aus die 10.

Lübecker Theaternacht, und nun öffneten sich auch die Türen, und wie schon in den vergangenen Jahren war der Andrang auf die Karten und die Vorstellungen in der Beckergrube und an den anderen Spielorten riesengroß.

Theaternacht im Malsaal Tom Sawyer und Huckleberry Finn

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Die Proben haben noch nicht begonnen, die Besetzung steht noch nicht fest. Aber viele Erwachsene und etliche Kinder wollten sehen, wie das Theater Lübeck sein Weihnachtsstück „Tom Sawyer, Huckleberry Finn und die gute Fee vom Mississippi“ anlegen will. Einige Gäste fanden sich bereits eine halbe Stunde vor Beginn der Einblicke in das Kinder- und Jugendstück vor dem Malsaal ein – und wurden von Schauspielerin Nadine Boske konsequent abgewiesen.15 Minuten später wurde dann aber die Tür dann geöffnet. Schauspieler Vincenz Türpe, mit dunkler Lockenperücke in Tom Sawyer verwandelt, zeigte den Anwesenden, wie man es schafft, sich vor dem Streichen eines Zaunes zu drücken und andere für sich arbeiten zu lassen. Nadine Boske übernahm mehrerer Rollen, unter anderem die der Tante Polly.

Acht junge Leute nicht mit Brett, sondern mit Smartphones vorm Kopf: Was der Spielclub 1 im Jungen Studio zeigte, wirkte schon ausgereift. Das Stück „#offline“ hat schließlich auch schon kommenden Freitag Premiere. Die Jugendlichen setzen sich darin mit der Omnipräsenz digitaler Medien auseinander, zum Beispiel mit ständiger Erreichbarkeit und der Unverbindlichkeit des Miteinanders. Bei der „Welturaufführung“, wie Theaterpädagoge Knut Winkmann die Vorstellung nannte, gab es mehrfach Szenenapplaus. Man darf sich auf ein spannendes Stück freuen, in dem sich die jungen Leute mit Witz der Digitalisierung des Lebens stellen: „Die Frage ist nicht, wie man ins Internet kommt, sondern wie man wieder herauskommt.“

Ist es vermessen, dem Publikum vorzuschreiben, wann es zu weinen habe? Mit dieser Frage soll sich US-Filmkomponist John Williams beschäftigt haben. Das jedenfalls berichtete Operndirektorin Katharina Kost-Tolmein, die im Großen Haus „Filmreif“, das Programm des Musiktheaters, moderierte. Präsentiert wurde Musik aus den Filmen „Star Wars“, „Spiel mir das Lied vom Tod“ oder „Citizan Cane“. Es ging um die ganz großen Themen: Liebe, Macht, den Kampf zwischen Gut und Böse. Das Philharmonische Orchester, Chor und Gesangssolisten machten „Filmreif“ zu einem leuchtenden Glanzpunkt der Theaternacht.

„Don’t worry, be happy“ hieß das Motto im Theater Combinale – mit diesem Gassenhauer von Bobby McFerrin startete die Grölgruppe in die Theaternacht. Der Text wurden projiziert, und die Zuschauer sangen sich mit den Vorsängern Knut Peters und Sigrid Dettlof ordentlich in Fahrt, während im rappelvollen Foyer bereits die Gäste auf die erste Impro-Show warteten.

Großer Andrang herrschte auch in der Kulturrösterei, wo sich das Seniorentheater ImmerMär in neuer Besetzung präsentierte. Vier Damen, alle 70 plus, sorgten mit Sketchen im Golden-Girls-Stil für etliche Lacher und entpuppten sich als böse Mädchen, die Nebenbuhlerinnen auch schon mal mit einem Pilzgericht ausschalten. Die spielfreudigen Damen nutzten die Theaternacht, um neue Mitstreiter zu suchen – jeden Dienstag proben sie in der Kulturrösterei.

Nach Ladenschluss zog ein Spektakel auf dem Schrangen auch die letzten Einkäufer in seinen Bann: Die Seiltänzerin Ea Paravicini und das Ensemble „Kvartier minne-colson“ bezauberten mit Pantomime, Musik, Clownerie und Seiltanz. Immer mehr Menschen verharrten staunend vor diesem Mini-Zirkus – und die Magie früherer Jahrmärkte lebte auf und entließ die Zuschauer in die Nacht, die noch viele Bühnenattraktionen bereithielt.

 Liz, Ph

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