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Kreator: Kraft, Wut und Spielfreude

Berlin Kreator: Kraft, Wut und Spielfreude

Ihre Songs haben martialische Titel wie „World War Now“ oder teuflische wie „Satan Is Real“. Das neue Studioalbum heißt „Gods of Violence“.

Berlin. Ihre Songs haben martialische Titel wie „World War Now“ oder teuflische wie „Satan Is Real“. Das neue Studioalbum heißt „Gods of Violence“. Im gleichnamigen Video der Essener Thrash-Metal-Band Kreator sieht man archaische Krieger, viel Feuer und ein paar nackte Frauen. Sänger Miland „Mille“ Petrozza versucht sich gegen rasende Gitarrenläufe durchzusetzen mit den Textfetzen „We – shall – kill“. Wir werden töten.

 

LN-Bild

Natürlich ist das Pose, die Mitglieder der Band, zu denen noch der finnische Gitarrist Sami Yli-Sirniö, der Bassist Christian „Speesy“ Giesler und der Schlagzeuger Jürgen „Ventor“ Reil gehören, sind privat ganz nette Kerle. Endzeitstimmung und Gewaltphantasie gehören zum Genre Thrash-Metal.

Als rumpelige Teenagerband haben sie 1982 begonnen, heute sind Kreator anerkannter Teil der globalen Metalszene. Um dort zu bleiben, hat sich Petrozza Demut verordnet: „Es ist wichtig, dass man selbstkritisch bleibt und sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruht.“ Mit „Gods of Violence“ steuert der Bandgründer nicht weniger als die Spitze der Album-Charts an, für eine Heavy-Metal-Gruppe wäre das außergewöhnlich, zumal für eine deutsche. Den Chartplatz fünf des 2014er Albums „Phantom Antichrist“ möchte die Band auf jeden Fall toppen. „Gods of Violence“ hat dafür durchaus das Zeug. Es steht für alles, was das Quartett seit 2001 mit „Violent Revolution“ auszeichnet: Kraft, Aggression, Wut und ausgeprägte Spielfreude. „Wir haben uns als Band hervorragend weiterentwickelt. Seitdem Sami Yli-Sirniö dabei ist, erleben wir einen zweiten Frühling“, verrät Petrozza.

Kreator sind das Aushängeschild der deutschen Thrash- Metal-Kultur, auch das Feuilleton beachtet die Band. Das liegt vor allem an Petrozza, der auch nach links und rechts schaut. Im Song „Side By Side“ spricht er sich zum Beispiel gegen Homophobie aus. „Überzeugungsarbeit sollte man subtil machen, nicht mit der Holzhammer-Methode. Man sollte die Leute zum Nachdenken anregen und ihnen nicht sagen, was sie zu denken haben“, belehrt er politisch eifernde Kollegen.

mib

Konzerte: 4. Februar im Hamburger Mehr!Theater; 3. August auf dem Wacken Open Air.

LN

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