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Kultur im Norden Krieg von unten und oben
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18:10 25.01.2017
Hamburg

Das Hamburger Thalia-Theater erfüllt seinen gesellschaftspolitischen Auftrag zu Beginn jeden Jahres mit den „Lessingtagen“. Am kommenden Wochenende startet das Festival wieder, das sich nicht auf Theaterbelange beschränkt und den Namen des Dichters und Theoretikers der Aufklärung Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) trägt.

Da Thalia-Intendant Joachim Lux findet, dass dringend mehr Religion in die deutsche Kultur gehört, lag sein Thema für die Lessingtage in diesem Jahr auf der Hand: 500 Jahre Reformation. Zur Eröffnung am Sonntag kommt wieder ein hochrangiger Politiker – Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) spricht über das Verhältnis von Religion und Politik unter dem Titel „Toleranz und Gewalt“.

Das Bühnenprogramm der Lessingtage präsentiert drei aktuelle Inszenierungen, zwei davon spielen während des Dreißigjährigen Kriegs. In Bertolt Brechts „Mutter Courage und ihre Kinder“ wird das Schlachten von unten betrachtet, in Friedrich Schillers „Wallenstein“ aus Sicht des militärischen Stars der damaligen Zeit, des böhmischen Feldherrn Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein.

„Wallenstein“ ist ein Gastspiel der Berliner Schaubühne.

Eine dritte Aufführung zeigt laut Joachim Lux die Perspektive auf heute: Regisseurin Jette Steckel hat zehn Autoren aufgefordert, die zehn christlichen Gebote zu interpretieren. Unter anderem haben Sherko Fatah, Nino Haratischwili, Navid Kermani, Dea Loher, Clemens Meyer und Rocko Schamoni mitgemacht.

Diskussionen über die Religionen als Ursache von Krieg und Gewalt durchziehen das Programm. Mit dem Rebellischen in Religionen beschäftigt sich die „Lange Nacht der Weltreligionen“ am 2. Februar. Und um den Namensgeber des Festivals nicht zu vergessen, gibt es Führungen zu Orten, an denen Lessing während seines Hamburg-Aufenthalts wirkte. Er wurde 1667 Dramaturg am Hamburger Nationaltheater, das allerdings 1769 wieder geschlossen wurde. mib

Internet: www.thalia-theater.de

LN

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