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Krimijahr 2017 – das wird spannend

Hamburg Krimijahr 2017 – das wird spannend

Der Trend ist ungebrochen: Es erscheinen immer mehr Kriminalromane auf dem Buchmarkt.

Kommen mit neuen Krimis (v. l.): Donna Leon, Martin Walker, Sebastian Fitzek und Kristina Ohlsson.

Quelle: Fotos: Dpa

Hamburg. Der Deutsche liebt seinen Krimi – trotz einer mitunter schwer zu ertragenden Wirklichkeit, die belegt: Das Böse hat einen festen Platz in der Gesellschaft. Selbst die amerikanische Autorin Donna Leon, die größte Erfolge mit ihren Kriminalromanen erzielt, ist darüber schockiert, „dass wir es unterhaltsam finden, unseren Mitmenschen dabei zuzusehen, wie sie leiden“. Möglich, dass es die Auflösung, das meist „gute Ende“ der fiktiven Literatur ist, das für Erleichterung oder Spannungslösung sorgt – und dafür, dass Menschen immer wieder zu Thrillern oder Krimis greifen. Der Trend ist 2017 ungebrochen. Ein Überblick:

 

LN-Bild

Im vorderen Glied marschieren wie gehabt Commissario Brunetti (Donna Leon), der Chef de police Bruno (Martin Walker) oder Jack Reacher (Lee Child). Und: Wer Sebastian Fitzek liebt, darf sich schon sehr bald auf Nachschub freuen, denn nachdem dieser erst im vergangenen Oktober bei Knaur „Das Paket“ auf Reisen schickte, wird er mit „AchtNacht“ schon ab März für schlaflose Nächte sorgen.

Der Thriller handelt von einem Internetkriminellen, der seine Follower zum straflosen Mord aufruft – an einem beliebigen Opfer. Jeder kann einen Namen in einen virtuellen Lostopf werfen. Am achten August, um acht Uhr acht wird der Name gezogen. Der „Gewinner“ ist ein Vogelfreier – für eine lange Nacht, die „AchtNacht“.

Weniger spektakulär, nicht halb so realitätsfern, dafür aber gewohnt sympathisch kommt Guido Brunetti ab Mai daher. Donna Leons Commissario ist müde und ausgepowert. Der richtige Moment für eine Auszeit. Doch natürlich wird sein Rückzug in Venedigs Lagunen-Idylle kein Ruhekissen. „Stille Wasser“ heißt der 26. Fall des Polizisten, der das Ermitteln auch zwischen Blumen und Bienen nicht lassen kann. Wie immer bei Diogenes.

Der Zürcher Verlag schickt zudem seinen beliebten Chef de police Bruno ins Rennen, zum „Grand Prix“ ins Périgord, und zwar im April. Bruno organisiert eine Oldtimer-Rallye, und die wird mörderisch.

Nach Spanien führt Jordi Llobregats Thriller „Die Anatomie des Teufels“. Der Erstlingsroman des Autors, der in seiner Heimat bereits mit Kritikerlob überschüttet wurde, spielt in Barcelona 1888.

Grausam zugerichtete Frauenleichen geben dem jungen Gelehrten Daniel Amat Rätsel auf. Blanvalet kommt mit dem historischen Gruselwerk im April heraus.

Ein Wiederlesen gibt es mit der schwedischen Autorin Kristina Ohlsson, die ihren bewährten Ermittlern Frederika Bergmann und Alex Recht eine Pause gönnt und stattdessen erstmals Staatsanwalt Martin Benner in „Schwesterherz“ (April) und „Bruderlüge“ (Juni) einsetzt. Die Mini-Serie – in Deutschland vom Limes Verlag herausgegeben – hat in Schweden ebenfalls den ersten Platz der Bestsellerlisten erobert.

Wer Tierkrimis und Autorin Leonie Swann liebt, kann sich auf „Gray“ (Mai) freuen. Nach „Glennkill“ und „Garou“, in denen Schafe die Hauptrolle spielen, kommt nun ein Graupapagei zum Einsatz – vermutlich nicht weniger gewitzt als seine vierbeinigen Vorgänger und für den Goldmann Verlag ein Erfolgsgarant.

„AchtNacht“ von Sebastian Fitzek. Knaur Verlag, 416 Seiten, 12,99 Euro.

„Stille Wasser“ von Donna Leon. Diogenes Verlag, 336 Seiten, 24 Euro.

„Grand prix“ von Martin Walker. Diogenes Verlag, 336 Seiten, 24 Euro.

„Die Anatomie des Teufels“ von Jordi Llobregat. Blanvalet Verlag, 520 Seiten, 16,99 Euro.

„Schwesterherz“ von Kristina Ohlsson. Limes Verlag, 480 S., 14,99 Euro.

„Gray“ von Leonie Swann. Goldmann Verlag, 380 Seiten, 20 Euro.

Frauke Kaberka

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