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Kuchen mit Semikolon

Lübeck Kuchen mit Semikolon

Max Goldt liest am Sonnabend in den Lübecker Kammerspielen.

Lübeck. Lübeck. „Wenn Krieg ist“, sagt Max Goldt, „leiden die Kinder am meisten. Wenn Design ist, leiden die Lampen am meisten.“ Und dann ist man schon mittendrin im Werk des Mannes, der seit dem Frühjahr unter anderem 99 Dosen Elchsuppe zu Hause hat, denn als Preisträger des „Göttinger Elchs“ stehen sie ihm zu. Sonnabend liest er in den Lübecker Kammerspielen. Und wenn der verstorbene Harry Rowohlt solche Abende „Schausaufen mit Betonung“ zu nennen pflegte, kann man bei Max Goldt die Trinkerei streichen. Denn wenn eines die Welt besser machen kann, sagt er, sind es die Umgangsformen.

„Lippen abwischen und lächeln“ heißt sein jüngster, gerade erst im Oktober erschienener Band. Es ist erneut eine Versammlung seiner Geschichten, die seit dem Mauerfall vor allem in der „Titanic“

erscheinen. Es dürfte sein 30. Buch sein, man kommt ja kaum hinterher mit dem Zählen. Und wieder stehen Geschichten darin, die gediegene Titel tragen wie „In Toronto gab es Kuchen mit Semikolon“ oder „Kinder fauler Mütter sprechen unbezahlt in Mikrophone“.

Das ist allerhand für jemanden, der mal als Stadtführer für den Berliner Senat begonnen und über die Musik („Foyer des Arts“) zum Schreiben gefunden hat. Und zwar zum Schreiben von Kolumnen, auch wenn er das nicht hören mag. Aber es sind nun mal welche und ganz eigene dazu. Es zähle „zum feinsten Gearbeiteten, was unsere Literatur zu bieten hat“, sagte Daniel Kehlmann, als Max Goldt 2008 den Kleist-Preis erhielt. int

Max Goldt, Sonnabend, 26. November, 20 Uhr, Kammerspiele des Theaters Lübeck. 16 Euro.

LN

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