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Kühne und zarte Texte

Darmstadt Kühne und zarte Texte

Schriftsteller Marcel Beyer wurde mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.

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Mit Marcel Beyer wurde ein Poet und Romancier geehrt.

Quelle: dpa

Darmstadt. . Der Schriftsteller Marcel Beyer (50) hat gestern Abend in Darmstadt den Georg-Büchner- Preis 2016 erhalten. „Seine Texte sind kühn und zart, erkenntnisreich und unbestechlich“, begründete die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung ihre Wahl. Beyer beherrsche „das epische Panorama ebenso wie die lyrische Mikroskopie und den zeitdiagnostischen Essay“. Der mit 50000 Euro dotierte Büchner-Preis ist eine der wichtigsten literarische Auszeichnung in Deutschland.

Zugleich erhielt der Ägyptologe und Kulturwissenschaftler Jan Assmann den Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa. Assmann (Thomas-Mann-Preisträger 2011) habe „mit weitgespannter Gelehrsamkeit und begrifflichem Scharfsinn die geistigen Überlieferungen Europas neu lesbar gemacht“, lobte die Jury. Die Sachbuchautorin und Bloggerin Kathrin Passig wurde mit dem Johann- Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay geehrt. „Passig begreift die digitale Kultur als eine geistige Lebensform und stellt traditionelle Selbstverständlichkeiten provokativ und produktiv infrage“, befand die Jury.

Marcel Beyer zeichnete in seiner Dankrede die Sprachfindungskunst Georg Büchners nach: „Über das selbstbesoffene Eierlikördeutsch seiner Zeitgenossen – süßlich, klebrig, sittenrein – kann er nicht einmal mehr lachen, das ästhetische Geschlapp steht ihm bis zum Hals.“

Beyers erster Roman „Das Menschenfleisch“ erschien 1991, im selben Jahr auch der Gedichtband „Walkmännin“. Zuletzt erschienen Erzählungen unter dem Titel „Putins Briefkasten “ und der Gedichtband „Graphit“.

LN

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