Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 12 ° heiter

Navigation:
Kunst und Kultur gehört die Zukunft

Ahrensburg Kunst und Kultur gehört die Zukunft

Wie selbstverständlich werden in 15 Jahren Musik, Theater und Ausstellungen Teil des Alltags sein.

Ahrensburg. Ein Archäologisches Erlebnismuseum im Ahrensburger Tunneltal, kreisweit Ateliers und Freiräume für kreative Betätigung sowie ein gut vernetztes Angebot der zahlreichen Kulturträger im Kreis für alle Generationen — so sieht die Vision der Kreiskulturreferentin Tanja Lütje für 2030 aus. „2030 wird Kultur so selbstverständlich zum Alltag gehören wie heutzutage der Sport“, erklärt sie. „So, wie man einmal in der Woche zum Sport geht, soll man auch einmal die Woche ins Museum oder ins Theater gehen können. Kultur ist ein Teil der Identitätsbildung.“

In Stormarn gibt es bereits in jeder größeren Gemeinde einen kulturellen Treffpunkt. Schloss Reinbek, der Ahrensburger Marstall nebst Schloss, der Pferdestall und das Kunsthaus in Ammersbek, das Künstlerdorf Barnitz, das Kleine Theater in Bargteheide, das Theater in Oldesloe oder Comedy in Reinfeld — viele kleine Zentren bieten ein individuelles Kulturprogramm an. Dazu kommen die Kirchen mit eigenem Musikprogramm, die Chöre, Ateliers, die Heimatmuseen und viele Theatervereine, in denen die Bürger ehrenamtlich engagiert sind. Hier sieht Kreiskulturreferentin Tanja Lütje für die Kultur in Stormarn ein riesiges Entwicklungspotenzial. „In Stormarn gibt es sehr viel Eigeninitiative, die der wesentliche Baustein für eine Kulturlandschaft 2030 ist. Das soll ausgebaut werden“, sagt sie.

„Wir müssen die individuellen Bedürfnisse stärken.“

Parallel zum Kreissportbund wünscht sie sich für 2030 auch einen Kreiskulturbund. Der sollte Ansprechpartner für alle Kreativen sein. „Vor allem brauchen wir Beratung und Unterstützung für Kulturschaffende, Probenräume, Ateliers und Räume für kreative Möglichkeiten für alle Altersstufen“, ist Tanja Lütje überzeugt. Insbesondere Kinder sollten bereits in jungen Jahren an die Kultur herangeführt werden. „Wir brauchen mehr Kooperationen zwischen Kulturträgern und Schulen“, regt Tanja Lütje an, „es soll irgendwann Galerien für Schulkunst geben, Säle für Musik und ähnlich den Sporthallen auch immer ein Kulturhaus in den größeren Orten. Schön wäre auch ein Literaturhaus für Stormarn.“ Kulturelle Teilhabe von Anfang an ist das Ziel, und dafür sollen jetzt schon ein paar Pflöcke eingeschlagen werden. Mit dem KuB in Bad Oldesloe ist bereits ein Schritt getan.

„2017 ist das Jubiläumsjahr für den Kreis Stormarn, der dann 150 Jahre besteht“, erklärt die Kulturreferentin. Dann werde es die Stormarner Kultur- und Geschichtstage geben, die bereits perspektivisch angelegt seien, um nachhaltige Formate für die Zukunft zu entwickeln. „Der Kulturausschuss und die Arbeitsgemeinschaft ,Stormarn kulturell stärken‘ arbeiten daran, ein Paket zur Jugend-Kultur-Teilhabe zu entwickeln, Kultur muss ein Teil der Lebensbildung werden. Dafür wollen wir mit vielen regionalen Partnern zusammen etwas entwickeln.“ Stiftungen, Arbeitskreise, die Kulturbeauftragten der Kommunen, ehrenamtliche Akteure — sie alle könnten ein gut vernetztes Angebot auf die Beine stellen, um dem Bereich Kultur zusammen mit dem Tourismus zu neuem Selbstbewusstsein zu verhelfen. „Auch aus dem Schleswig-Holstein-Musik-Festival ließe sich mehr machen.“

Die Zukunft beginnt jetzt: „In diesem Jahr wollen wir zum ersten Mal ein Sommerprogramm mit Open-Air-Theater, Musik und Ausstellungen anbieten“, gibt Tanja Lütje ein Beispiel. „Dadurch wächst die Vernetzung.“ Zwischen Hamburg und Lübeck könne Stormarn profitieren. Haupt-Augenmerk liegt auf der Jugendszene: „Jugendliche brauchen andere Formate“, erklärt Tanja Lütje, „2030 wird es neue Zentren mit wahrscheinlich ganz neuen Medien geben. Der Kreisjugendring ist mit seinen Filmprojekten auf einem guten Weg, junge Filmemacher zu unterstützen — vielleicht gibt es 2030 einen eigenen Kulturkanal im Kreis?“

Noch nicht absehbar ist laut Tanja Lütje die Entwicklung eines Kulturangebotes an Flüchtlinge und von Flüchtlingen. „Wir starten ein Kulturprogramm in Grabau für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“, so Tanja Lütje. Diese neuen Aspekte der Kulturarbeit würden sie noch auf Jahrzehnte hinaus beschäftigen. „Wir haben viele interessante Kulturanbieter im Kreis“, betont Tanja Lütje.

„Wenn man da Unterstützung gibt, kann Kultur so stark werden, dass sie nicht nur auf Fördermittel angewiesen ist."

Nächste Folge: Arbeit

Von Bettina Albrod

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur im Norden