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Kunstgenuss bei Mutter Grün

Lübeck Kunstgenuss bei Mutter Grün

An fünf Wochenenden zieht das Festival hinaus aufs Land und feiert seine Musikfeste. Neu sind dabei Themenkonzerte.

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Bei Musikfesten auf dem Lande geht es ohne Protokoll hoch her — hier die Blechbläser des Festivalorchesters auf Gut Stocksee.

Quelle: Olaf Malzahn

Lübeck. Die Musikfeste auf dem Lande sind eine der Ur-Institutionen des Schleswig-Holstein Musik Festivals. Auch in diesem Sommer zieht die Festival-Karawane wieder an fünf Wochenenden zu alten Guts- und Herrenhäusern im Lande, um gestandenen Musikern und Nachwuchskünstlern eine Bühne zu bieten. Und, um dem Publikum ein Picknick an schönen Orten zu ermöglichen, an denen man sogar noch ein wenig den Geist der Gründerzeit des Festivals spüren kann. Hinzu kommt ein Kindermusikfest.

LN-Bild

An fünf Wochenenden zieht das Festival hinaus aufs Land und feiert seine Musikfeste. Neu sind dabei Themenkonzerte.

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Die Struktur der Musikfeste bleibt gegenüber dem Vorjahr unverändert. Am Sonnabendnachmittag und -abend gibt es zwei Konzertblöcke, am Sonntag einen. Während der Konzertnachmittage gibt es auch wieder die Kindermusikwerkstätten. Neu in diesem Jahr aber sind die sonnabendlichen Themenkonzerte. Die Abendkonzerte stehen unter Motti, in Stocksee gibt es erstmals überhaupt beim Festival eine „Irish Folk Night“, in Wotersen eine „Tango-Nacht“, in Hasselburg wird Klezmer geboten, Songs und Chansons gibt es in Pronstorf, und in Emkendorf findet eine „Gypsy Night“ statt.

Neben diesen Themenkonzerten bieten die Musikfeste die bewährte Mischung aus Auftritten etablierter Künstler, von denen einige auch im Hauptprogramm vertreten sind, und junger Musiker. Dazu gehören auch Programme, die man dem Genre Crossover zurechnen kann. In Stocksee spielt das Vision String Quartet zum Beispiel neben Haydns „Kaiserquartett“ auch Eigenkompositionen und Arrangements, die mit Musikformen wie Jazz, Pop und Rock operieren (Stocksee, 16. Juli).

Das Hamburger Kiez-Streichquartett Hot Club of St. Pauli verzichtet komplett auf Klassisches und hat sich stattdessen dem Groove verschrieben. Die vier Musiker haben deshalb auch eine Mandoline und ein Mini-Drumset dabei und spielen eigene Versionen bekannter Popsongs und Jazzstandards sowie Eigenkompositionen (Hasselburg, 30. Juli).

Zu den herausragenden jungen Musikern, die bei den Musikfesten auf dem Lande vertreten sind, gehört der 19-jährige Pianist und Komponist Yojo Christen aus dem niederbayerischen Riedenburg im Altmühltal. Mit 14 absolvierte er eine umjubelte Japan-Tournee, beim renommierten Kompositionswettbewerb Diabelli Contest belegte er den zweiten Platz. In Pronstorf spielt Yojo Christen Beethovens „Appassionata“, Chopins Sonate Nr. 2 b-Moll op. 35 und eine eigene Klaviersonate mit dem Titel „Die Zwitschermaschine“, der sich auf ein Gemälde von Paul Klee bezieht und das für viele Komponisten Anregung bot.

In Emkendorf findet am 14. August die Verleihung des mit 5000 Euro dotierten Förderpreises der Sparkassen-Finanzgruppe statt. Ausgezeichnet wird in diesem Jahr der Bundespreisträger des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ im Fach Violoncello. Wie immer vergibt auch das Publikum einen Preis, der mit 500 Euro dotiert ist. Verzichten muss das Publikum in diesem Jahr auf ein Musikfest unter freiem Himmel im Park von Wotersen. Der Aufwand sei einfach zu groß, sagte Festival-Intendant Christian Kuhnt. Aber immerhin können die Besucher des Musikfestes am 23. und 24. Juli den Park besichtigen.

Im Internet: www.shmf.de

Haydn steht im Mittelpunkt

Das Schleswig-Holstein Musik Festival 2016 widmet dem Komponisten Joseph Haydn in diesem Jahr die Komponisten-Retrospektive. Auch bei den Musikfesten auf dem Lande sind vor allem kammermusikalische Werke des Klassikers zu erleben. Einer der Gründe, Haydn in den Mittelpunkt des Festivalsommers zu stellen, sind die biografischen Bezüge zu Norddeutschland.

So stammte sein Schwiegervater, der Perückenmacher Johann Peter Keller, aus Hamburg. Im Jahre 1795 besuchte Haydn die Hansestadt, um der Tochter von Carl Philipp Emanuel Bach, der sieben Jahre zuvor verstorben war, seine Aufwartung zu machen.

Von Jürgen Feldhoff

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