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Kultur im Norden Kuscheln mit Chewbacca
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20:48 16.05.2018

Als die „Star Wars“-Fanfaren über der Croisette wehten, da war es beinahe wie in den guten, alten Zeiten. Ansonsten aber braucht Hollywood das Festival an der Côte d’Azur erstens nicht mehr als globale Startrampe, zweitens kann Cannes nichts mit dem soundsovielten Superhelden-Abklatsch anfangen, drittens laufen die heißen Oscar-Kandidaten erst später im Jahr in Venedig. Und viertens – auch das gehört zur Wahrheit – fehlt Harvey Weinstein als verbindende Kraft über den Atlantik hinweg, der nach dem Auffliegen seiner sexuellen Übergriffe abgetaucht ist.

Zwei Stars des neuen „Star Wars“-Spektakels in Cannes: Chewbacca und Actrice Emilia Clarke. Quelle: Foto: Dpa

Sogar die obligatorische Aids- Gala schien ohne den umtriebigen Hollywood-Mogul gefährdet. Jetzt dürfen Designer und Kosmetikkonzerne aufatmen und ihre Models doch noch ins Ankleidezimmer schicken:

Grace Jones singt im Showprogramm heute Abend bei der Gala, bei der in der Vergangenheit Leonardo DiCaprio, David Beckham, Heidi Klum oder Sharon Stone zu den Gästen zählten. 210 Millionen Dollar für die Aids-Forschung sind über die Jahre zusammengekommen.

Das wohl größte Filmspektakel beim diesjährigen Festival in Cannes aber ist die Premiere des neuen, sehnsüchtig erwarteten „Star Wars“-Abenteuers am vergangenen Dienstagabend. „Solo“ ist ein Buddy-Movie und kennt vor allem ein Ziel: Der lässige Weltraumcowboy Han Solo und sein haariger Freund Chewbacca sollen zum Team zusammenwachsen. Eineinhalb Stunden dauert es, bis die beiden gemeinsam Platz nehmen im Cockpit ihres geliebten Millennium Falcon – dann erst nimmt das zäh startende Abenteuer ein wenig Fahrt auf. Das Fluggerät ist für Solo mindestens so wichtig wie die Liebesgeschichte mit der schwer durchschaubaren Qi’Ra (Emilia Clarke), aber so ist das wohl mit großen Jungs: Sie wollen nur fliegen.

Chewbacca wird erstmals verkörpert vom finnischen Basketballspieler Joonas Suatamo, Größe: 2,08 Meter. Das Zottelwesen sieht so vertraut wie immer aus, aber Harrison Ford ist nach insgesamt vier Filmen in Rente gegangen. Der 28-jährige Alden Ehrenreich tritt die Nachfolge von Harrison Ford an und macht die Sache mit seinem großspurigen Gehabe gut, ohne zu überziehen. Das US-Gegenprogramm „Solo“ ließ sich wenig später begutachten: der Mystery-Thriller „Under the Silver Lake“ von David Robert Mitchell. Der lässt einen gelangweilten jungen Mann (Ex-Spider-Man Andrew Garfield) durch ein hippes Los Angeles vagabundieren und bei Poolparties nach einer verschwundenen Frau suchen.

Verschwörungstheorien, surreale Einsprengsel, Albtraumwelten: Das alles erinnert an David Lynch. Aber mehr auch nicht. So hat das US-Kino in Cannes 2018 wenig zu bieten. Spike Lee bleibt in Erinnerung mit der Komödie „BlacKkKlansman“ und seiner darin eingewobenen wütenden Attacke gegen Präsident Donald Trump. Wie sagte ein gut gelaunter Lee gestern auf dem Dach des Festivalpalais: „Wir können nichts dafür. Trump hat sich selbst in das Drehbuch geschrieben.“

Von Stefan Stosch

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