Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Landwirte feiern gute Ernte in Schlagsdorf

Schlagsdorf Landwirte feiern gute Ernte in Schlagsdorf

Oldtimer begeistern Zuschauer beim 13. Kreiserntefest. Landrätin voller Lob für Arbeit auf Äckern und in Ställen.

Voriger Artikel
Abriss oder Sanierung: Streit zwischen Stadt und Eigentümer
Nächster Artikel
Ein Abschlusskonzert von eindrucksvoller Leuchtkraft

Vor allem die antiken Traktoren und Landmaschinen begeisterten hunderte Zuschauer, die am Straßenrand den Umzug mit etwa 100 Fahrzeugen und kleinen Fußgruppen bestaunten.

Schlagsdorf. Fast zeitgleich dürften Ingo Melchin, der Bürgermeister von Schlagsdorf, und Christian Uhde, der Oberbürgermeister von München gestern um 13 Uhr an einem Fass stehend zum Hammer gegriffen haben. Uhde eröffnete das Münchener Oktoberfest und Ingo Melchin zapfte das erste Glas Erntebier beim diesjährigen Kreiserntefest in seiner Gemeinde.

00010ogu.jpg

„Carlow grüßt Schlagsdorf“: Unter diesem Motto verteilte die Abordnung aus dem Nachbarort Bonbons.

Zur Bildergalerie

Zuvor hatten hunderte Schaulustige den traditionellen Ernteumzug bewundert, an dem sich auch in diesem Jahr etwa 100 Fahrzeuge und Fußgruppen beteiligten. Vom Klützer Winkel im Norden und von der Grenze zur Landeshauptstadt Schwerin waren die Teilnehmer mit ihren Kutschen, Oldtimer-Traktoren und modernen Erntemaschinen nach Schlagsdorf gekommen. Schließlich, damit zitierte Landrätin Birgit Hesse den Präsidenten des Kreisbauernverbandes Jörg Haase, war es „eine rundum schöne Ernte.“ Mehr Euphorie habe auch die Landrätin dem Verbandsvorsitzenden nicht abringen könne, der beim Fest verhindert war.

Wolf Dietmar Vetter, Haases zweiter Stellvertreter, wurde deutlicher. „Wir haben eine gute bis sehr gute Ernte eingefahren. Das ist der Lohn für ein Jahr harte Arbeit und das Bangen wegen des lange anhaltenden Winters“, sagte er. „Die ländlichen Räume und die Dörfer sind geprägt durch die Landwirtschaft“, fügte er hinzu, verbunden mit dem Dank an die Bevölkerung für ihr Verständnis während der Erntezeit. Denn durch die großen modernen Landmaschinen komme es unweigerlich zu etwas mehr Lärm und auch gelegentlich zu verschmutzten Straßen. Aber, die Landwirtschaft habe sich entwickelt von schweißtreibender, personalaufwändig Arbeit zu präzisen, hoch technisierten Abläufen, die weniger Personal und Zeit kosten. „Wir sind heute einfach schneller als zu Zeiten, in denen Schnitter und Gabenbinder auf den Feldern arbeiteten“, so Vetter. Viele Schritte dieser Entwicklung konnten die Zuschauer beim Ernteumzug bestaunen.

Organisiert wurde das inzwischen 13. Kreiserntefest in Schlagsdorf vom Kreisbauernverband, dem Landkreis Nordwestmecklenburg, dem Amt Rehna, den Landfrauen sowie der Gemeinde Schlagsdorf, der Feuerwehr Schlagsdorf und der Firma Maack Event aus Rehna. Und auch die Bewohner von Schlagsdorf hatten für ein passendes Umfeld gesorgt, indem sie vor ihren Häusern Strohpuppen als Bauern verkleidet hingesetzt oder -gestellt hatten.

Darauf Bezug nehmend, sagte Bürgermeister Ingo Melchin: „Ich bin stolz auf unsere Gemeinde, aber auch auf die Orte in der Nachbarschaft und die Landwirte in der Region. Sie sind täglich auf den Äckern und kümmern sich Tag für Tag um ihre Tiere.“ Das ergänzte Landrätin Birgit Hesse: „Die Landwirte sind nicht nur ein wichtiger Wirtschaftszweig, sie sind auch große Förderer des gesellschaftlichen Lebens.“ Damit sprach sie Bauern an, die mit Kindertagesstätten und Schulen kooperieren, sich mit viel Engagement an Festen in ihren eigenen Dörfern aber auch in der Nachbarschaft beteiligen und nicht zuletzt diejenigen, die in den vergangenen harten Wintern geholfen haben, die Straßen von Schneemassen zu befreien. „Danke, an die Landwirte im Kreis, die wirklich viel für uns alle tun“, sagte Hesse. Stolz erwähnte sie, dass in diesem Jahr der Pflanzenzuchtpreis an einen Landwirt in Nordwestmecklenburg gegangen ist. Geehrt wurde damit bei der Mela Dietmar Brauer von der Insel Poel.

Die jährliche Ernte und ihre Feste
Das erste Kreiserntefest in Nordwestmecklenburg nach der Wende wurde zur 1000-Jahr-Feier in Dorf Mecklenburg ausgerichtet. der Ort wurde 995 erstmals erwähnt. Seitdem gab es unterschiedliche Erntefeste in anderen Gemeinden des Landkreises. Dorf Mecklenburg war allerdings beim 10. Kreiserntefest vor drei Jahren wieder der Ausrichter.

Erntekronen gehören zum Kreiserntefest wie Traktoren, Strohballen und Maiskolben. Es sind vor allem die Landfrauen, die sich zum Beginn der Erntezeit treffen, Gaben der verschiedenen Getreidesorten schneiden und sie dann kunstvoll zu einer Krone binden. „Früher wurde sie dem Gutsherren übergeben“, erklärte gestern Christina Stemmann, die ab dem 1. Oktober Pastorin in Schlagsdorf ist. Gestern war die Landrätin Empfängerin der Kreiserntekrone. Die hatte Christina Stemmann zuvor gesegnet.

Auch heute wird in Schlagsdorf noch gefeiert. Um 10 Uhr beginnt ein Erntedankgottesdienst im Festzelt am Gemeinschaftshaus. Um 11 Uhr schließt sich ein Frühschoppen an und um 13 Uhr tritt Leif Tennemann auf.

Malte Behnk

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur im Norden