Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 0 ° Regenschauer

Navigation:
Liebe, Sex und ein Mordversuch

Lübeck Liebe, Sex und ein Mordversuch

Bei Richard ist ganz schön was los. Zwei schöne Frauen gehen ein und aus in dem Liebesnest, das er sich eigens dafür gebaut hat. So einen wie Richard nannte man früher Lebemann.

Voriger Artikel
Kammermusik aus neuerer Zeit
Nächster Artikel
Landesmuseum zeigt Künstlerblick auf wilde Tiere

Zwischen zwei Frauen: Richard (Tim Stolte) mit Eva (l., Imke Looft) und Nora (Andrea Stadel).

Quelle: Lutz Roeßler

Lübeck. Bei Richard ist ganz schön was los. Zwei schöne Frauen gehen ein und aus in dem Liebesnest, das er sich eigens dafür gebaut hat. So einen wie Richard nannte man früher Lebemann. In „Lieber ein halber Mann als gar kein Problem“ lassen Effi Méndez und Imke Looft diesen Typ Weiberheld auferstehen. Das Premierenpublikum war begeistert.

Die beiden Autorinnen haben Operettenmelodien, Songs aus Musicals, Filmen und Chansons zu einer musikalischen Collage vereint. Darunter viele Ohrwürmer, die das Publikum im Studio des Theaters Lübeck vermutlich hätte mitsingen können: „Ob blond, ob braun“ von Robert Stolz, „Cheek to Cheek“ von Irving Berlin oder „Sie ist ein herrliches Weib“ von Georg Kreisler. Das Stück, inszeniert von Effi Méndez, arbeitet mit den Mitteln der Boulevardkomödie und spielt in den 1950er oder frühen 1960er Jahren, als üppige Unterröcke die Kleider der Frauen aufbauschten und Telefone noch schwarz waren und eine Wählscheibe hatten. Richard, der Frauenheld, spielt sein Spiel mit ihnen. Abwechselnd steigt er mit der gelangweilten Millionärsgattin Nora oder aber der Schuhverkäuferin Eva in sein großes Doppelbett — bis die Sache auffliegt.

Zwar ist die Dreiecksgeschichte, die hier erzählt wird, vorhersehbar. Die Autorinnen haben jedoch einige unerwartete Wendungen und Überraschungen eingebaut. Dass das Stück auf angenehmste Weise kurzweilig ist, liegt aber auch an den Darstellern und ihren schönen Stimmen. Imke Looft ist hinreißend als naiv-anschmiegsame Schuhverkäuferin namens Eva mit ausgeprägtem Sinn für funkelnde Stiefelchen, Andrea Stadel als gelangweilte Millionärsgattin Nora. Tim Stolte scheint in der Rolle des Verführers in seinem Element zu sein, ist aber nicht auf diese festgelegt.

Die Autorinnen nämlich haben auch Songs mit bitterbösen Texten von Bodo Wartke („Ja Schatz“) und Georg Kreisler („A Bidla Buh“) in ihr Stück eingebaut. So gibt Stolte auch den mordlustigen Ehemann, der mit Riesenaxt über die ins Dunkle getauchte Bühne wandelt. Ein wenig Grusel mischt sich in die Operettenherrlichkeit. Das hat Witz — eine schöne Bereicherung für diesen kurzweiligen und vergnüglichen Abend.

Die nächsten Termine: 13. Mai, 3. Juni, 20 Uhr, Junges Studio.

Von liz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur im Norden