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Kultur im Norden Liebe und die Suche nach Heimat
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11:12 20.10.2017
Vier junge Frauen sehnen sich nach einem besseren Leben: Der Film „Träum weiter“ (Schweden) wird die Nordischen Filmtage Lübeck am 1. November eröffnen. Quelle: Foto: Nfl
Lübeck

„Kraftvoll, fröhlich, bunt inszeniert“ geht es los. Linde Fröhlich, Künstlerische Leiterin des Festivals, verspricht einen unterhaltsamen Auftakt. In dem schwedischen Film „Träum weiter“, der das Festival (1. bis 5. November) eröffnen wird, steht Mirja im Mittelpunkt. Die junge Frau, die gerade aus der Haft entlassen worden ist, ist unter Druck. Eigentlich möchte sie mit ihren drei Freundinnen ein neues Leben beginnen, und zwar in Montevideo. Das Geld hierfür wollen sich die jungen Frauen durch einen Überfall beschaffen. Mirja hat jedoch erfahren, dass ihre Mutter schwer krank ist und sie für ihre kleinere Schwester sorgen muss. Dafür braucht sie einen Job. „Träum weiter“ ist das Spielfilmdebüt der 27 Jahre alten Rojda Sekersöz. Mit 17 weiteren Filmen steht es im Wettbewerb um die Spielfilm-Preise, allen voran den mit 12500 Euro dotierten NDR-Filmpreis und den LN-Publikumspreis.

Filme und Zeiten

Das komplette Programm mit allen Vorführzeiten sowie Details zu den Filmen steht ab dem 21. Oktober auf der Festivalhomepage:

www.luebeck.de/filmtage/de/

Der Kartenvorverkauf beginnt am 28. Oktober um 15 Uhr im Cinestar Filmpalast Stadthalle, online über die Festival-Webseite und www.cinestar.de

Der mitreißende Film sei auch eine gute Einführung in das Spielfilm-Programm, sagt Linde Fröhlich. Denn junge Filmemacher und Filmemacherinnen sind in diesem Jahr stark vertreten. Bei sieben Produktionen handelt es sich um Debütfilme. Jung und doch universell sind auch die Themen: Liebe, Beruf, Selbstfindung.

Insgesamt werden 195 Filme gezeigt, einer mehr als in einigen Veröffentlichungen angegeben. „November“ von Andrus Kivirähk kam in letzter Minute hinzu. Erst gestern erreichte die Zusage des Filmteams, das bei Dreharbeiten für einige Tage ohne Telefon- und Internetverbindung war, die Filmtage Lübeck.

„November“, nach den Worten Fröhlichs ein „schwarz-weißer Bilderrausch“, wird in der Sektion Specials gezeigt. Es geht um estnische und europäische Mythen – und um Liebe. Liebe, Verbrechen, Abenteuer, das Suchen und Finden einer neuen Heimat sind die beherrschenden Themen des Festivals.

In der neuen Sparte Fernsehserien werden neun neue Serien vorgestellt. Bei den Dokumentationen steht häufig die Jugend im Fokus. „Vom Kind zum Bürger“ ist der – etwas tutige – Titel eines Filmes, der zwei Kinder durch die erste Schulzeit begleitet. Um speziell skandinavische Lebensumstände und Gebräuche geht es in „Zungenschneider“, in dem von der Sitte erzählt wird, Kinder die Zungen von gefangenen Kabeljaus herausschneiden zu lassen.

Das Filmforum, in dem Produktionen aus Schleswig-Holstein und Hamburg gezeigt werden, präsentiert unter anderem die neue Arbeit des in Lübeck aufgewachsenen Miguel Alexandre. „Alex & Claire“ handelt von zwei Menschen, die – des Lebens überdrüssig – es schließlich feiern. Der Schauspieler Charly Hübner stellt sich als Regisseur vor. In seiner Dokumentation „Wildes Herz“ porträtiert er den Musiker Jan „Monchi“ Gorkow von der Band „Feine Sahne Fischfilet“, der wie Hübner aus Mecklenburg-Vorpommern stammt.

Groß wie nie zuvor ist das Angebot an Kinder- und Jugendfilmen. 18 Spielfilme und 20 Kurzfilme werden zu sehen sein – Familiengeschichten, Krimis und Abenteuerfilme.

Wie ein roter Faden zieht sich das Thema Flüchtlinge und Integration durch die Sektionen. Die Retrospektive hat sich in diesem Jahr ganz ihm verschrieben. Unter dem Titel „Mit fremden Augen“ geht es um die Ankunft des Südens im Norden. Den Auftakt macht der dänische Oscar-gekrönte Film „Babettes Fest“. Schwerpunkt aber sind Einwanderungswellen im 20. Jahrhundert. Mit der Ankunft des Südens im Norden ist auch gemeint, dass Filmemacher aus Skandinavien häufig Wurzeln in anderen Ländern haben. Jörg Schöning, für diese Sparte verantwortlich, sagt: „Wie es dazu kam, zeichnet die Retrospektive nach.“

 Liliane Jolitz

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