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Liederabend mit Nils Landgren

Lübeck Liederabend mit Nils Landgren

Der Posaunist Nils Landgren verfügt über keine große Stimme. Wenn er singt, dann in einer erstaunlich hohen Lage mit eher dünner Grundierung.

Lübeck. Der Posaunist Nils Landgren verfügt über keine große Stimme. Wenn er singt, dann in einer erstaunlich hohen Lage mit eher dünner Grundierung. Doch er hat dieses geschmeidige Timing, das man für den Jazz braucht, und er intoniert sehr genau. Mit Songs von Leonard Bernstein gastierte der Leiter der Jazz Baltica in der Lübecker MuK (am Tag, als er das diesjährige Programm des Festivals bekanntgab). Und er kam in großer Formation: begleitet von den Bläsern und der Harfenistin der Neuen Philharmonie Frankfurt, seinem Jazz-Quartett und seiner schwedischen Landsfrau Viktoria Tolstoy.

Es war einiges los auf der Bühne der Rotunde, auch weil der prominente Arrangeur Vince Mendoza aus den Musical-Liedern veritable Suiten gezaubert hat: mit enger Stimmführung, zum Teil in Tempo und Kolorit gegen die Originale gebürstet. Landgren schwelgte in diesem exquisiten Sound — besonders, wenn er auf der Posaune zu seinen einschmeichelnden Soli anhob.

„Maria“ aus der „West Side Story“ stimmen Orchester und Solist so rasant an, dass das Liebeslied zum Schlachtgesang mutiert. Landgrens Moderation dazu ist vergnüglich und charmant.

„Somewhere“, ebenfalls aus der „West Side Story“, will er als Hymne für die obdachlosen Flüchtlinge unserer Tage verstanden wissen — auch dafür erhält er viel Beifall.

Man kann das Bernstein-Programm auch auf CD anhören („Some Other Time“, da im Duett mit Sängerin Janis Siegel). Doch die Präsenz von Landgren auf der Bühne, seine direkte Kommunikation mit dem Publikum — das ist nur im Konzert zu erleben.

Von mib

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