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Kultur im Norden Literarische Weltreise
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20:43 13.03.2018

Die Besucher werden auf eine literarische Weltreise geschickt. Aber vor allem steht der Leipziger Bücherfrühling im Zeichen politisch brisanter Themen weltweit. „Selten wurden die Debatten in Deutschland um Politik so hitzig geführt wie in den letzten Jahren“, sagt Buchmessedirektor Oliver Zille. Das sei auch gut so, schließlich bestimme die Politik „nicht nur unser Lesen, Lernen und Leben, auch wir bestimmen die Politik“.

Die Buchmesse

2600 Aussteller, so viele wie noch nie zuvor, sind 2018 auf der Buchmesse vertreten.

Der renommierte Preis der Leipziger Buchmesse in den Kategorien Belletristik, Übersetzung und Sachbuch/Essayistik wird am Donnerstag verliehen.

3600 Veranstaltungen bietet das Programm des parallel laufenden Lesefestes „Leipzig liest“.

So stellt die Messe die europäischen Werte auf den Prüfstand. Sind wir wirklich die Besten? Unter dieser Überschrift lädt Kurator Mohamed Amjahid internationale Gäste aus Zivilgesellschaft, Kultur, Wissenschaft und Medien ein, über die europäische Vergangenheit zu reflektieren und Ideen für die Zukunft des Kontinents zu entwickeln. Zudem tauchen Messebesucher in die aktuelle amerikanische Gesellschaft ein, verfolgen eine ungeschminkte Abrechnung mit der russischen Nachwendegeschichte und erhalten Einblicke von Autoren, die mit der türkischen Staatsgewalt aneinandergeraten sind.

Politik und Gesellschaftskritik sind aber nur zwei Aspekte auf der Buchmesse. Krimis, Kochbücher, historische Romane und Porträts, für jeden Buchfan ist etwas dabei. Und auch Promi-Fans kommen auf ihre Kosten: Unter anderen lesen Sebastian Fitzek, Arno Geiger, Bernhard Schlink, Fabian Kahl und Gregor Gysi aus ihren neuen Büchern.

Zu den Höhepunkten des Branchentreffs zählt die Verleihung des renommierten Preises der Leipziger Buchmesse. Den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2018 erhält die norwegische Autorin Åsne Seierstad für ihr Buch über den norwegischen Massenmörder Anders Breivik.

Brisanz steckt in diesem Jahr besonders in dem Auftritt rechter Verlage auf der Buchmesse. Auf der Frankfurter Buchmesse hatte dies im vergangenen Herbst viel Ärger und Protest ausgelöst. Auch in Leipzig sind Aussteller wie Compact seit Jahren vertreten. Diese Verlage haben nach Ansicht von Messedirektor Zille das gleiche Recht auszustellen wie andere Kunden auch, so lange ihre Publikationen sich im Rahmen der Gesetze bewegten.

Die Buchmesse trete aufgrund ihres Statuts für die Meinungs-, Presse- und Kunstfreiheit ein. „Der kommunikative Aufschwung der rechten Szene ist ein gesellschaftliches Phänomen. Wir sind einer der wenigen analogen Orte, wo eine Auseinandersetzung mit Rechts stattfinden kann“, betont Zille. Die Messe stehe für Offenheit, Vielfalt und Austausch.

Im Vorfeld der Messe hatte der Schriftsteller Uwe Tellkamp mit Äußerungen über Flüchtlinge und angeblich drohende Repressionen gegen Andersdenkende in Deutschland eine Debatte ausgelöst. Bei einem Disput am Donnerstagabend in Dresden betrieb er zudem auch Medienschelte. Der Suhrkamp-Verlag ging auf Distanz zu dem 49-Jährigen. Tellkamps Erfolgsroman „Der Turm“ war bei Suhrkamp erschienen.

Das diesjährige Gastland der Leipziger Buchmesse ist Rumänien: Es will tiefe Einblicke in die Region am östlichen Rand Europas geben. Rund 50 rumänische Autoren und Künstler werden ihre Neuerscheinungen präsentieren und über Sichtweisen auf ihr Land, seine Geschichte und die aktuelle gesellschaftspolitische Situation diskutieren. Es gebe jenseits der Klischees vieles über die historische Entwicklung dieses Landes im 20. Jahrhundert zu erfahren, erklärt Luminita Corneanu vom rumänischen Kulturministerium.

Bunt und schrill wird es auf der Manga-Comic-Con. Zu Tausenden strömen die Fans in oftmals selbstentworfenen farbenfrohen Kostümen auf das Messegelände. Die Mangaanhänger können ihren Idolen Toyotarou, Mika Yamamori und Osora über die Schulter schauen, und für die europäischen Comic-Kollegen sind Goran Sudzuka, Mirka Andolfo und Miguel Diaz Vizoso ein Muss.

André Jahnke

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