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Kultur im Norden Löw, Klinsmann und Trapattoni auf einer Bühne
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21:27 17.06.2014
Julius Robin Weigel in Jubel-Pose. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Julius Robin Weigel, 1987 in Buxtehude geboren, ist ein ernsthafter Schauspieler. In der Inszenierung von Peter Handkes Stück „Immer noch Sturm“ spielt er den jüngsten Bruder eines Geschwister-Quartetts mit leuchtenden Augen und der Naivität eines Glückskindes. Er kann auch anders — das zeigt er in Shakespeares „König Lear“ in gleich zwei Rollen als höchst unterschiedliche Schwiegersöhne des Titelhelden. Und nun kommt er uns mit Fußball. Weigel wird am kommenden Sonntag im Theater Lübeck „Robins WM-Studio“ eröffnen, wenn im ZDF die vermutlich völlig uninteressante Begegnung Südkorea-Algerien läuft.

Was es da zu sehen und zu hören gibt, verrät der Schauspieler noch nicht en detail. Er wirbt aber mit bedeutenden Gästen: den Nationaltrainern Joachim Löw und Jürgen Klinsmann, dem ewigen Fifa-Präsidenten Sepp Blatter und mit dem Wutrede-Experten Giovanni Trapattoni. Am Theater sind diese Herrschaften ganz einfach aufzubieten, wenn es Schauspielerkollegen wie Matthias Hermann, Andreas Hutzel, Timo Tank und Robert Brandt gibt.

Seine Runde zur Fußballweltmeisterschaft soll sich von Vorbildern wie „Waldis WM- Club“ der Fernseh-Duzmaschine Hartmann stark unterscheiden. „In den Fernsehsendungen gibt es das immer gleiche Experten-Gelalle“, sagt Weigel gallig. Es passt ihm offenbar nicht, dass „im Fußball jeder zu wissen meint wie‘s geht, welche Taktikvarianten es gibt, welche Aufstellung die richtige ist“. In seiner Veranstaltung paare sich Seriosität mit Satire.

Warum fühlt er sich berufen, für guten Fußball zu missionieren?

Erstens: Er ist Praktiker. „Mein Onkel war Torhüter in der 2. Bundesliga, der hat mich zum Kicken verführt“, erzählt er. Um das Jahr 2004, als sich die Rudi-Völler-Nationalmannschaft durch Rumpelfußball ausgezeichnet habe, da sei er aber zum cooleren Basketball gewechselt. Erst 2006 mit der WM in Deutschland habe er wieder zurückgefunden zur Sportart Nummer eins. Beim unangepassten Verein Roter Stern Lübeck (Kreisklasse A) spielt er nun Linksaußen.

Zweitens: „Theater und Fußball passen sehr gut zusammen. Das Ensemble ist die Mannschaft, man muss miteinander und füreinander spielen, man kann verlieren — die Zuschauer.“ Nur den Gegner, mit dem kommt der Schauspieler nicht in Körperkontakt. Ist es der Dramatiker? Der Regisseur? Weigel schüttelt den Kopf. Er betreibt Sport und Schauspiel ohne Rivalität. Auch sein WM-Studio. Bei Erfolg wird es vielleicht eine Fortsetzung geben.

„Robins WM-Studio“ mit Julius Robin Weigel, Junges Studio des Theaters Lübeck, Sonntag, 22. Juni 20 Uhr.

mib

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