Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
London verneigt sich vor den Sixties

London London verneigt sich vor den Sixties

Woodstock, die Studentenrevolte von 1968, Vietnam-Krieg: Mit der Schau „You Say You Want a Revolution?“ will das Victoria and Albert Museum in London an den Erfolg ...

Voriger Artikel
Das Travejazz-Festival ist in vollem Gange
Nächster Artikel
Latschen, Bummeln und Flanieren.

„Revolution“ – der Schriftzug des gleichnamigen Beatles-Songs.

Quelle: Alan Aldridge/iconic Images/dpa

London. Woodstock, die Studentenrevolte von 1968, Vietnam-Krieg: Mit der Schau „You Say You Want a Revolution?“ will das Victoria and Albert Museum in London an den Erfolg seiner David-Bowie-Retrospektive anknüpfen, die 2013 zum Hit wurde und Besucherrekorde brach. Benannt ist die Ausstellung nach einem Beatles-Song, und dort ist nun auch das Cover der berühmtesten Beatles-Platte zu sehen („Sgt. Pepper’s“, 1967).

Für den scheidenden Museums-Chef Martin Roth, der kürzlich überraschend seinen Weggang ankündigte, ist es die letzte Schau seiner fünfjährigen Amtszeit. Ihr Zeitpunkt hätte nicht besser sein können, erklärt er. „Sie fällt in eine Periode des Nationalismus, dem wir entgegenwirken müssen.“ Ihm gehe es darum, die Relevanz der damaligen gesellschaftlichen Umwälzungen für die heutige Zeit aufzuzeigen und die Jugend zu einem „idealistischen Optimismus“ und „Hinterfragen etablierter Werte“ aufzufordern.

Videofilme von John Lennons und Yoko Onos „Bed-Ins“ flimmern über dem Getöse von Vietnamkriegs-Bombern und den grauenvollen Schreien der Opfer. Dröhnende Lautstärke und plötzliche Stille sollen die Besucher verstören. Londons Carnaby Street und ein Friseursalon für einen geometrischen Mary-Quant-Haarschnitt sind nachgebaut.

In der Abteilung Feminismus sticht das Poster eines Mannes mit Babybauch hervor: „Wären Sie vorsichtiger gewesen, wenn Sie das Baby bekommen würden?“ Ein Model, das die Kreditkarte lässig im Bikini-Unterteil trägt, veranschaulicht den Übergang zur Konsumgesellschaft Ende der 60er Jahre. Entlassen wird der Besucher auf die mit Kunstrasen und Sperrholzbühne rekonstruierte Wiese des Woodstock-Festivals von 1969. Die auf Riesenleinwänden übertragenen Rhythmen von Jimi Hendrix, Janis Joplin, Joan Baez und The Who werden vom Muhen der Kühe und dem Beifall der Fans begleitet. Sänger fordern die mehr als 300000 Zuhörer auf, „alle gemeinsam“ mitzusingen. Wer die Augen schließt, glaubt mitten im Geschehen zu sein.

„You Say You Want a Revolution“ wird heute eröffnet und läuft bis zum 26. Februar 2017. Eintritt etwa 19 Euro. Mehr Infos unter www.vam.ac.uk.

Anna Tomforde

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur im Norden