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20:15 24.06.2017
Von Maximilian Buddenbohm journal.redaktion@LN-Luebeck.de

Mehrere Personen in meinem Umfeld haben neue Fitness- Apps auf ihren Handys. Die zählen nicht nur Schritte, die geben jetzt kurze Programme vor, meist sieben Minuten lang, nach denen man sich zu Hause austoben soll. Animierte Bildchen zeigen, was man dabei machen soll, dazu wird man von einer Stimme aufgefordert, jetzt bitte mitzumachen. Wobei man diese Stimme variieren kann, es gibt verschiedene Auswahlmöglichkeiten. Von der enthusiastisch jubelnden Cheerleaderstimme bis zum hemmungslos brüllenden Drill-Sergeant, wie man ihn aus amerikanischen Kriegsfilmen kennt.

Die Übungen sind übrigens die, die ich schon damals im Sportunterricht gehasst habe, einen Hampelmann springen, Liegestütze machen und dergleichen, ein Albtraum. In der Schule musste ich mich bei diesen Übungen in der Turnhalle anschreien lassen, heute kann ich also Geld dafür ausgeben, mich neben meinem Sofa von meinem Handy herumkommandieren zu lassen, der Fortschritt ist manchmal wirklich etwas seltsam. Nein, ich mach da natürlich nicht mit. Aber ich habe mir so eine App doch aus Neugier geladen, und ich lasse sie jetzt ab und zu einmal laufen. Und warte, bis der Trainer da wieder etwas von „Fertigmachen!“ ruft und „Los jetzt!“ und „Weiter!“ und dergleichen. Und dann bleibe ich einfach auf dem Sofa sitzen, strecke die Beine aus und mache überhaupt nichts. Ich denke nur genüsslich an den alten Turnlehrer zurück, der beim Brüllen immer einen so furchtbar roten Kopf bekam. Ich liege, lächele, atme ruhig – und es geht mir gut dabei, ganz hervorragend sogar.

Nach einer Woche Testlaufzeit kann ich das jetzt sehr empfehlen. Holen Sie sich auch so eine tolle Fitness-App, die Sie hemmungslos ignorieren können! Es gibt kaum etwas Entspannenderes, das ist Wellness pur.

LN

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