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Ludwig van Beethoven mit Heavy Metal

Wacken Ludwig van Beethoven mit Heavy Metal

Kaum zu glauben, dass das am Vortag noch eine grüne Wiese war: Das Infield des Heavy-Metal-Festivals mit den drei großen Bühnen wurde zum offiziellen Start geöffnet ...

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Accept: Wolf Hoffmann und Bassist Peter Baltes (l.).

Quelle: Foto: Malzahn

Wacken. Kaum zu glauben, dass das am Vortag noch eine grüne Wiese war: Das Infield des Heavy-Metal-Festivals mit den drei großen Bühnen wurde zum offiziellen Start geöffnet und verwandelte sich dank kräftiger Schauer und tausender Stiefel innerhalb kurzer Zeit ins klassische matschige Wacken-Biotop. Die Fans nahmen es mit Humor oder Gleichmut und feierten ungebrochen die ersten Top-Acts.

Schuhe und Hose sind eh perdu, aber wem der Sinn nicht nach einem Bad in der undefinierbaren Masse unter den Füßen steht, der begibt sich mit vorsichtigen Schritten gen Fressmeile, um sich für den Auftritt der „Teutonen-Metaller“ Accept zu stärken.

Für den Auftritt in Wacken hat sich die Band um die Sänger und Gitarristen Mark Tornillo und   Wolf Hoffmann etwas Besonderes ausgedacht: Den Großteil des Konzerts bestreiten die Solinger mit Unterstützung durch das Czech National Symphony Orchestra. Los geht’s aber mit der Weltpremiere ihres Songs „Die By The Sword“, dem Opener ihres gestern veröffentlichten Albums „The Rise Of Chaos“.

Klassischer Uptempo-Metal mit abgedämpften Anschlägen, gedehnten Saiten und mehrstimmigem Auftakt zum dramatischen Refrain. Dann schlägt die Stunde für Gitarrist Wolf Hoffmann: Das Crossover-Projekt mit dem tschechischen Orchester enthält Metal-Adaptionen bekannter klassischer Werke wie Modest Mussorgskis „Nacht auf dem kahlen Berge“, das mit Speedmetal- Riffs, Nebel und Flammen aufgepeppt wird und das Publikum begeistert. Das Problem solcher Mischungen ist, dass entweder die dominante Metalband das Orchester einfach wegdrückt oder zur überflüssigen Rhythmussektion der Sinfoniker wird.

Hoffmann hat zudem die Werke auf songkompatible Längen gekürzt, so fehlen wesentliche Elemente des Originals. Dennoch gerät Beethovens „Scherzo“ ganz passabel, Gitarre und Orchester, vor allem die Streicher, haben genügend Raum zur Entfaltung, und das Ding rockt ganz solide. Gleiches gilt für die Bearbeitung von Beethovens Klaviersonate „Pathetique“. Später begleitet das Orchester Accept noch durch Klassiker wie „Fast As A Shark“ und natürlich den Brecher „Balls To The Wall“.

Kai-Peter Boysen

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