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Kultur im Norden Die Buchmacher von St. Petri
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17:25 16.04.2019
„Absolut spannend“: Gastgeber Pastor Bernd Schwarze, Literaturbloggerin Sophie Weigand und Anika Stender-Sornik vom Veranstaltungsmanagement der Petrikirche (v. l.). Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

„Wer ein Gotteshaus betritt, kann eine Messe erwarten“ – unter diesem Motto können sich am Wochenende nach Ostern bereits zum fünften Mal kleine Verlage in der St. Petri-Kirche präsentieren. Damit habe sich eine schöne Tradition herausgebildet, sagt der Gastgeber Pastor Bernd Schwarze.

Zwei Tage bei freiem Eintritt

Die Buchmacher-Messe ist am Sonnabend, 27. April, von 11 bis 18 Uhr geöffnet und am Sonntag, 28. April, von 11 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Besonders freue er sich, dass diesmal so viele Autoren in die Petrikirche kommen. Jan Drees’ Neulingswerk „Sandbergs Liebe“ (Secession Verlag), das der Journalist und Schriftsteller am Sonnabend um 15 Uhr vorstellen wird, habe er bereits gelesen. Das Buch sei „absolut spannend“ und eine erhellende Lektüre, verrät Schwarze. Der Roman handle vom Enden einer anfänglich guten Beziehung in einer Katastrophe, weil die Kommunikation zwischen den Partnern tragisch scheitere.

Um 16 Uhr folgt Anke Stelling mit ihrem Roman „Schäfchen im Trockenen“ (Verbrecher Verlag), gerade ausgezeichnet mit dem Belletristik-Preis der Leipziger Buchmesse. Erfolge wie diese könnten für kleinere Verlage „wie ein warmer Regen“ sein, betont Anika Stender-Sornik vom Veranstaltungsmanagement der Petrikirche.

Finanzielle Risiken

Andreas Mross, der den Literaturevent ehrenamtlich unterstützt und die Verbindung zum Verbrecher Verlag hergestellt hat, bestätigt dies. Einige Verlage machten keinen Hehl daraus, dass sie für solche Projekte schon mal finanzielle Risiken eingehen müssten. Die Buchmacher-Messe mit ihrer positiven Entwicklung, so Mross, sei daher ein verdientes Forum.

Ebenfalls am Sonnabend präsentiert Achim Koch seinen Roman „g.r.a.s.“ (Schruf&Stipetic), in dem vom Versuch erzählt wird, eine Klimakatastrophe abzuwenden. Und der Verlag „Das Wunderhorn“ hält Rückblick auf „100 Jahre Bauhaus“.

Preisgekrönte Übersetzerin

Am Sonntag, 15 Uhr, ist die vielfach preisgekrönte Übersetzerin Gabriele Haefs zu Besuch und präsentiert den neuen Elling-Roman ihres Ehemannes Ingvar Ambjørnsen „Echo eines Freundes“ (Nautilus), der am 29. April erscheint. Dass der Erfolgsautor selbst auch anzutreffen sein wird, konnte der Norweger aus gesundheitlichen Gründen noch nicht fest zusagen.

Gabriele Haefs übersetzt in sechs Sprachen, darunter Werke von Anne Holt, Håkan Nesser und dem norwegischen Autor Jostein Gaarder („Sofies Welt“), der am 25. Juli in der Petrikirche zu Gast sein wird. Nordische Zusammenarbeit finde stets ein ganz besonderes Echo in Lübeck, betont Pastor Schwarze. Das sei auch der Strahlkraft der Nordischen Filmtage zu verdanken.

„zwischen grün und halb sechs“

Weitere Lesungen am zweiten Veranstaltungstag sind „Vom Glück zu reisen. Ein Reisehandbuch“ von Philipp Laage (Reisedepeschen Verlag) und Lyrik „zwischen grün und halb sechs“ von Achim Wagner (hochroth Verlag). Die Illustratorin Katja Gehrmann gibt außerdem einen multimedialen Einblick in ihre Arbeit und verrät etwa, wie der „Stadtbär“ (Moritz Verlag) entstanden ist. „Das wird vor allem für Kinder großartig“, kündigt Anika Stender-Sornik an.

Ein Lesetipp der Literaturbloggerin Sophie Weigand (Literaturtourismus.net), die die Buchmacher-Messe von Beginn an begleitet hat, ist ein japanischer Krimi in Thriller-Manier: „Der Sonnenschirm des Terroristen“ (Cass Verlag) von Iori Fujiwara. Das Werk soll entstanden sein, weil der 2007 verstorbene Fujiwara damit seine Spielschulden bezahlen wollte.

Margitta True

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