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Lübeck- Motive sind am beliebtesten

Lübeck- Motive sind am beliebtesten

Lübeck. Das Lübecker Behnhaus Drägerhaus hatte seine Besucher aufgerufen, sich als Kunst-Experten zu betätigen: Sie sollten ihre Stimme für ein Bild abgeben, das ihnen besonders gefällt oder wichtig ist. Die 100 meistgewählten sind nun zu sehen. Ganz vorne: zwei Lübeck-Ansichten.

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Alexander Bastek vor dem Gemälde „Lebensabend“ von Ernst Eitner. Es ist seit langem wieder in der Ausstellung zu sehen.

Quelle: Fotos: Lutz Roessler

Beide Bilder zeigen die Lübecker Altstadt, und doch sind sie komplett unterschiedlich. „Lübeck. Alte Häuser“ von Lyonel Feininger (1871-1956), ein stark abstrahierter Blick in die Lübecker Schmiedestraße, wählten 70 Besucher zu ihrem Lieblingsbild. 1921 besuchte Feininger für drei Tage die Hansestadt, zehn Jahre später erst entstand das bekannte Straßenbild. Mit 62 Stimmen landete der „Lübecker Stadtgarten“ von Hermann Linde (1863-1923) auf Platz zwei. Das impressionistische Stimmungsbild zeigt die hintere Fassade seines Geburtshauses in der Johannisstraße, der heutigen Julius- Leber-Straße. Lindes Bruder Max war Kunstsammler und Mäzen, dessen Kinder wurden von Edvard Munch porträtiert – und dieses Gemälde steht mit 58 Stimmen auf Platz drei der Publikumsgunst.

Mehr als 1300 Stimmen wurden abgegeben. „Ich war überwältigt von der großen Resonanz. Und vor allem darüber, dass nicht nur unsere absoluten Highlights gewählt wurden. Die Stimmen verteilen sich auf mehr als 160 verschiedene Werke“, sagt Museumsleiter Alexander Bastek. So überrascht ihn beispielsweise Platz vier, „Der wilde Jäger“ von Johann Wilhelm Cordes, eine düstere, dramatische Jagdszene.

Insgesamt verfügt das Haus über etwa 1000 Gemälde und eine 10000 Blätter umfassende Grafiksammlung – einige davon kommen nach Jahrzehnten im Depot nun erstmals wieder ans Licht der Öffentlichkeit. „Wir haben das Haus komplett umgekrempelt“, erzählt Bastek. Zwar finden sich einige der Meisterwerke, etwa von Caspar David Friedrich, oder Skulpturen weiterhin an alter Stelle, allerdings mit neuer Beschriftung. Ansonsten wurde neu gehängt und ein Raum sogar auberginenfarben gestrichen, damit die Werke besser zur Geltung kommen. Dazu gehört auch „Lebensabend“ von Ernst Eitner, das alte Männer und Frauen vor dem Lübecker Heiligen-Geist- Hospital zeigt. Es wurde bereits 1906 angekauft, aber seit Jahrzehnten nicht mehr gezeigt. Nicht nur die erstplatzierten Bilder haben einen Lübeck-Bezug, auch Grafiken und Fotos etwa von Hildegard Heise und Albert Renger-Patzsch, die mit Gemälden korrespondieren, zeigen bekannte Motive.

Als „Schau der Superlative“ preist das Museum seine Ausstellung mit Kunst der Romantik über Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts und Werke deutscher Impressionisten bis zur klassischen Moderne an.

Begleitend ist ein Katalog erscheinen, der erstmals eine Übersicht über die hochkarätige Sammlung zeigt, kommentiert und erläutert von Fachautoren. Für Alexander Bastek, der seit neun Jahren das Haus leitet, ist mit dieser Schau ein kleiner Traum in Erfüllung gegangen. „Wir konnten aus dem Vollen schöpfen. Es ist eine Art Zwischenbilanz für mich, nach vielen Sonderausstellungen gibt es nun einen Gesamtüberblick.“

100 Tage

Morgen um 11.30 Uhr wird die Ausstellung eröffnet. Jeden Sonntag finden um 11.30 Uhr Führungen statt. An jedem 2. Mittwoch im Monat gibt es von 12 bis 12.30 Uhr Kurzführungen mit anschließendem Essen im Marlistro. An jedem 3. Donnerstag im Monat kann man um 17 Uhr an einer Führung teilnehmen.

Geöffnet ist die Schau 100 Tage lang bis zum 18. Januar di-so 10-17 Uhr, ab Januar 11-17 Uhr.

Der Katalog zur Sammlung ist hochwertig

gestaltet und hat 255 Seiten. Er ist für 24,95 Euro im Handel und im Museumsshop erhältlich.

Petra Haase

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