Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Kultur im Norden Lübeck aus künstlerischer Sicht
Nachrichten Kultur Kultur im Norden Lübeck aus künstlerischer Sicht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:13 14.12.2017
Wollen zum Stadtjubiläum in einer Ausstellung vielfältige Lübeck-Ansichten zeigen: Anse Roth (l.) und Susanne Adler. Quelle: Foto: Ulf-Kersten Neelsen, Olaf Malzahn

Ein ausreichend großer Ort für die Kunst-Schau wird noch gesucht. Er soll nicht nur die Ausstellung beherbergen, sondern auch Gespräche, Workshops, Diskussionen, Performances, Filmvorführungen und einiges mehr ermöglichen.

Seinen Namen trägt das Festival nicht von ungefähr. „Die Leute können hier wirklich campen“, sagt Susanne Adler. Die Lübecker Malerin und Gründerin der Produzentengalerie Artler in der Lübecker Altstadt und ihre Kollegin Anse Roth organisieren das Kunstcamp im Auftrag der Stadt. Vor einigen Monaten hatten sie den „Adler Roth Kunstkomplex“ gegründet und Räume nahe der Galerie Artler bezogen. Dort präsentieren die beiden Künstlerinnen eigene Arbeiten. „Wichtig ist, dass die Bilder mal aus dem Atelier rauskommen“, sagt Susanne Adler.

Eine Galerie im eigentlichen Sinne will der Kunstkomplex nicht sein. Denn die beiden Künstlerinnen bieten auch Beratung („Kunst bereichert, begeistert, beunruhigt, fordert immer wieder aufs Neue heraus – Kunst darf auch schön sein! Wir machen Vorschläge, unterstützen beim Aussuchen von Kunstwerken und vermitteln Ankäufe“), Vermittlung und Konzepte an.

Sowohl Susanne Adler als auch Anse Roth haben ihre Ateliers dort, wo sie auch wohnen. Bildende Künstler arbeiten eben meistens für sich allein. Der Kunstkomplex bietet ihnen nun Gelegenheit zum Austausch und dazu, neue Ideen zu entwickeln. Er sei wie eine kleine Denkfabrik, sagt Susanne Adler.

Mit den Besuchern möchten die Organisatorinnen ins Gespräch kommen über Kunst. Auch über ihre eigene. Denn sonst könne sich nur selten ein Austausch mit Ausstellungsbesuchern ergeben, sagt Anse Roth, weil in aller Regel die Künstler meist gar nicht anwesend seien. Wenn der Kunstkomplex geöffnet ist, ist immer eine von beiden da.

In der Ausstellung begegnen Besucher zwei sehr unterschiedlichen Positionen. Sie können sich darauf verlassen, dass sie die Arbeiten der Malerin Susanne Adler auf Anhieb wiedererkennen – Bilder, auf denen sie farbige Streifen immer wieder neu variiert. „Sich mit Streifen zu beschäftigen, ist ein Kosmos“, sagt sie. Anse Roth arbeitet dagegen konzeptuell. Sie zeigt Bilder, Porträts einer älteren Frau aus einer vergangenen Zeit sowie das einer jüngeren Frau, Landschaften, eine Hand. Es handelt sich um Fundstücke, die vom Flohmarkt oder aus Versteigerungen stammen. Anse Roth hat sie zum Teil bearbeitet und zusammengestellt. In einer Ecke lehnen Werkzeuge, Schaufel, Rechen, ein Spaten, Gießkannen, die mit Filz umhüllt und in Wachs getaucht worden sind.

Mit dem Kunstcamp zum 875-jährigen Stadtjubiläum steht nun ein großes und anspruchsvolles Projekt an. Gesucht werden Künstler und Künstlerinnen, die sich an der Ausstellung „Home Run“ beteiligen möchten. Ihre Arbeiten müssen sich mit der Stadt Lübeck auseinandersetzen. Bewerben können sich in Lübeck ansässige Künstler der Genres Malerei, Grafik, Objekt, Fotografie, Illustration, Performance, Videokunst und Film. Drei Werke der Ausstellung werden für die Artothek Lübeck angekauft.

Rund um die Uhr

Das Kunstcamp findet vom 4. bis 6. Mai 2018 rund um die Uhr statt. Die Ausstellung „Home Run“ dauert eine Woche länger. Künstler und Künstlerinnen, die sich an der Ausstellung beteiligen wollen, können sich bis zum 12. April 2018 bewerben. Der Ausschreibungstext ist im Internet zu finden: www.adler-roth-kunstkomplex.de.

Weitere Informationen im Kunstkomplex, Große Burgstraße 28.

Liliane Jolitz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Lübeck. Unter dem Thema „Heimat“ war die Literaturreihe „Der Norden liest“ in diesem Jahr unterwegs. Einen bewegenden Abschluss fand sie am Mittwoch in der Kulturwerft Gollan: Katja Riemann las aus Texten geflüchteter syrischer Autoren.

14.12.2017

. Am 16. Dezember 1992 stemmte Gunter Demnig zum ersten Mal einen Gehweg auf, um eine Messingplatte in das Pflaster einzulassen. Das Datum war kein Zufall: 50 Jahre zuvor hatte SS-Führer Heinrich Himmler die Ermordung aller in Deutschland lebenden Sinti und Roma angeordnet.

14.12.2017

Was ist das, wenn ein Vater seine Tochter fragt, ob er vom Supermarkt „Studierendenfutter“ mitbringen soll? Spaß? Irrsinn? Kapitulation? Es ist alles drei. Und wenn man Spaß, Irrsinn und Kapitulation zusammennimmt, hat man die Grundzüge der Pubertät eigentlich schon ganz gut beschrieben.

14.12.2017
Anzeige