Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
„Lübeck funktioniert als Museumsstadt“

Lübeck „Lübeck funktioniert als Museumsstadt“

Hans Wißkirchen, Direktor der Lübecker Museen, zieht eine positive Bilanz der Besucherzahlen 2016 und blickt auf neue Projekte in diesem Jahr.

Lübeck. Herr Wißkirchen, wie viele Besucher kamen im vergangenen Jahr in die städtischen Museen?

 

LN-Bild

Hans Wißkirchen, Direktor der Lübecker Museen.

Quelle: Foto: U.-K. Neelsen

Hans Wißkirchen: Die vorläufige Bilanz beträgt 222000 Besucher. Das ist ein Rückgang zum Jahr davor von sieben, acht Prozent.

Woran liegt’s?

Wißkirchen: Das Holstentor ist zwar immer noch unser bestbesuchtes Museum, aber dennoch kamen 2016 zehn Prozent weniger als im Jahr davor. Das ist sicherlich zum Teil durch das Hansemuseum bedingt, das sich mit demselben Thema beschäftigt. Wir arbeiten aber an einem neuen Konzept für das Holstentor, da die Ausstellung in die Jahre gekommen ist. Ansonsten gibt es einen Rückgang im Grass-Haus. Der ist aber dadurch zu erklären, dass 2015, im Todesjahr von Günter Grass, besonders viele Besucher in das Haus kamen. Außerdem war damals „Im Krebsgang“ Abiturthema, deshalb kamen Hunderte Schülergruppen, die im vergangenen Jahr dann wegfielen.

Sind Sie insgesamt zufrieden?

Wißkirchen: Sehr, denn man sollte die absoluten Zahlen betrachten. Wenn man zu den Besuchern der städtischen Museen die 113 000 Besucher des Hansemuseums, gut 51000 des Willy-Brandt-Hauses und 20 000 des TheaterFigurenmuseums zählt, kamen im vergangenen Jahr mehr als 400000 Menschen in die Lübecker Museen – knapp 100 000 mehr als im Jahr davor. Das entspricht nicht ganz der doppelten Einwohnerzahl Lübecks – das ist in Deutschland etwas Besonderes und zeigt, dass Lübeck als Museumsstadt funktioniert.

Was waren besondere Besuchermagnete?

Wißkirchen: Die Sonderausstellung „Fotografie in Lübeck 1840-1945“ im Behnhaus war im vergangenen Jahr ein Renner, es war die erste fundierte Ausstellung zur Geschichte der Fotografie in der Hansestadt.

Hat sich die Aufwertung des St. Annen Museums und der Kunsthalle als „Museumsquartier“ in der Besucher-Resonanz bemerkbar gemacht?

Wißkirchen: Da sind wir noch nicht zufrieden. 2015 hatten wir die „Lübeck 1500“-Ausstellung, aber das kann man nicht jedes Jahr machen. Negativ war auch, dass die Stelle für das Mittelalter fast vier Jahre lang unbesetzt war. Mit der neuen Museumsleiterin Dagmar Täube bin ich sehr optimistisch, dass wir schöne Pläne in diesem Jahr umsetzen können.

Was ist in diesem Jahr an Neuerungen in der Museumslandschaft geplant?

Wißkirchen: Wir werden in diesem Jahr den Wettbewerb für den Neubau des Buddenbrookhauses umsetzen, das steht seit Jahren an und ist ein langwieriger Prozess. Der Umbau ist notwendig, denn wir haben zu wenig Raum und die Ausstellungen sind veraltet. Daher gehen die Besucherzahlen seit Jahren zurück.

Gibt es neue Pläne für die Katharinenkirche?

Wißkirchen: Aufgrund der großen Nachfrage wird die Kirche drei Mal wöchentlich geöffnet sein: donnerstags, freitags und sonnabends von 12 bis 16 Uhr, und zwar vom 13. April bis zum 30.

September. Das geht nur durch ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, denen ich ganz herzlich danken möchte.

Interview: Petra Haase

LN

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur im Norden